Full text: Bibliothek der neuesten juristischen Litteratur (1783, Th. 2 (1784))

Anzeigen neuer Schriften 
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Sache nach moͤglich ist, und die Rücksicht auf die Erhal¬ 
tung des Verbrechers, als eines Gliedes der buͤrgerlichen 
Gesellschaft, verstattet. Der Verf. hat es aber nur bey 
einer allgemeinen Ausfuͤhrung bewenden lassen, ohne die 
Anwendung auf einzelne Gattungen von Verbrechen zu 
zeigen, und die Besserungsmittel selbst fuͤr eine jegliche 
naher zu bestimmen. 
Ungeachtet der haͤufigen Verwirrung von einander 
ganz unterschiedener Begriffe, der schiefen Vorstellungs¬ 
art, des Mangels an Kenntnissen der positiven peinlichen 
Gesetze, und an Erfahrungen, die den Philosophen, der 
über menschliche Handlungen urtheilen will, auf die 
richtige Spur bringen muͤssen, verdient doch immer die¬ 
se Abhandlung naͤhere Pruͤfungen, und koͤnnte leicht theo¬ 
logische, juristische und philosophische Federn in Bewe¬ 
gung setzen. — Ein Landgeistlicher in Geilsdorf bey 
Berlin, Nahmens Schulze, soll der Verfasser seyn. 
CLXXIII. 
Drey Briefe eines vermummten Weltpriesters von dem En= 
de des Cölibats mit diesem Jahrhundert beantwortet von 
einem andern Weltpriester. (München, bey Crätz) 1783. 
51 Bogen in Oktav. 
Soll zu Vertheidigung des ehelosen Standes der 
catholischen Geistlichkeit wider die im Jahr 1782 
erschienenen Briefe eines Weltpriesters uͤber die Priester¬ 
ehe dienen. Die Gruͤnde sind die gewöͤhnlichen. Vom 
Tone des Verf. mag folgende Stelle S. 6. ein Beyspiel 
abgeben: „Wo ist dann für ihn Rath? In der Schooß 
eines lutherischen Praͤdikanten. So recht zu, warum 
rathen Sie ihm nicht seine zweyte Schooß, da wuͤrde 
ihm vielleicht für seine hitzige Krankheit besser geholfen 
gewesen seyn, da haͤtte er seinen thierischen Leidenschaften 
niedlicher Genüge leisten können. Dann nach Jhrer 
feinen 
Vorage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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