Volltext : Kleine juristische Bibliothek oder Ausführliche Nachrichten von neuen kleinern iuristischen vornehmlich akademischen Schriften mit unparteyischer Prüfung derselben (Bd. 3 = St. 9-12 (1787/88))

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de  pictura  contumeliosa.
selben,  zuerst  in  der  Reichspolizeiordnung  von  1530
und  1577,  dann  auch  in  Sachsen  in  den  Jahren  1549,
1556,  1562  und  1571.  Als  die  durch  die  Refomation
erregte  Erbitterung  neuen  Mißbrauch  verursachte,  erfolgten -
  geschärfte  Verbote  sowohl  in  den  Reichsgesetzen,
als  in  Kursachsen  1686.  Nur  die  gesetzgebende  Gewalt
scheint  sich  die  Schandgemählde  noch  vorbehalten  zu
haben,  wenn  sie  der  Verbrecher  nicht  habhaft  werden
kann;  wovon  eines  der  wichtigsten  Beispiele  aus  der
Geschichte  der  Pariser  Bluthochzeit  von  dem  unglücklichen -
  Caspar  Coligny  angeführt  wird.  Ob  es  wohl
heilsam,  und  den  Bedürnissen  unsers  Zeitalters,  zu
Erhaltung  des  Credits,  nicht  unangemessen  wäre,  die
Sitte  wieder  einzuführen?
Seit  der  Entstehung  dieser  Abhandlung  habe  ich
ein  merkwürdiges  Schandgemählde  durch  die  Gütigkeit
eines  gelehrten  Freundes,  des  Herrn  R.  R.  und  ersten
geh.  Archivars  Spieß  zu  Baireuth,  aus  dem  hochfürstl.
brandenburgischen  Archive  zu  Plassenburg  erhalten,  welches -
  sechs  Reuter  auf  Schweinen  und  Kühen,  an  welchen -
  vier  andere  melken,  sämtlich  von  Adel  und  Bürgen,
vorstellt.  Das  Schandgemählde  befindet  sich  an  einer
Schuldverschreibung  Herzogs  Heinrich  von  Braunschweig, -
  kraft  welcher  derselbe  von  Hans  von  Besenrode -
  2000  rhein.  Goldgulden  gelehnt  hat,  d.  d.  am  Dienstdaghe -
  nach  dem  heylighen  Nuwen  Jare  a0.  1520.  Sie
ist  von  einem  Notarius  vidimirt,  das  Exemplar  der
Schuldverschreibung  aber  gedruckt,  und  das  Schandgemählde -
  gleich  unter  dem  Vidimus  mit  Leim  oder  Papp
befestigt.  —  Auch  Hr.  Gercken  gedenkt  in  seinen  Reisen
im  III.  Th.  (1786.)  S.  455.  einer  grossen  Schmähschrift,
die  er  picturam  famosam  nennet,  von  dem  Grafen  Johann -
  dem  jüngern  von  Nassau,  wegen  einer  Obstagialschuld -
  des  Herzogs  Johannes  von  Baiern  an  gedachten -
  Grafen,  die  zwischen  den  Jahren  1420  1422  ausgestellt -
  war.  Sie  wird  in  dem  Archive  zu  Dillenburg
aufbewahrt.  —  Endlich  verdanke  ich  noch  der  Gewogenheit -

Max-Planck-Institut  für
            
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