Full text: Kritische Betrachtungen über verschiedene Staatsfragen (Th. 1 (1770))

des westphälischen Friedens. 
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Reiche nur so viele katholische Fürsten, als protestan= 
tische seyen? Warum nicht bey der römischen Königs= 
Wahl so viele katholische Churfürsten als protestan= 
tische? Warum nicht gar auf dem allerhöchsten 
Thron des Kaysers, bald einen katholischen, bald 
einen protestantischen Kayser, oder einen protestan= 
tischen mit einem katholischen, zwey Häupter auf 
einem deutschen Staats=Körper? 
Ja, warum haben vielmehr bey Einführung 
der neunten Churwürde die protestantische Stände 
unter der Regierung des Kaysers Leopolds 1708. 
durch einen Reichsschluß, im Falle, da die Stimmen 
der Katholischen mit den Protestantischen würden 
gleich stehen, dem ersten geistlichen Churfürsten zwey 
Vota, ein Votum supernumerarium verliehen? 
Warum haben sie selbst eine erwünschte Gleichheit, 
die der heutigen Auslegung ganz und gar angemessen 
gewesen wäre, ungleich gemacht? Warum? weil 
diese Gleichheit im westphälischen Frieden nicht ver= 
meint war, weil dieselbe nicht überall aufzusuchen 
noch anzutreffen war. Recht wohl sagt H. v Zwir= 
lein (*): Die westphälische Friedens Gleichheit 
läst sich nicht in allen Fällen behaupten, sonst müste 
B 2 
die 
In seinen vermischten Briefen vom Cammerge¬ 
richt p. 199. 
Max-Planck-Institut für
	        
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