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vorzunehmen, und Pläne von den verschiedenen Gebäuden aufzunehmen, von
denen theilweise noch die Mauern standen. Da Al Hather schon von Anderen ¬
beschrieben worden ist, und da die Nachrichten, die ich darüber zu sammeln
im Stande war, dem Publicum bereits vorgelegt sind*), so brauche ich den
Leser mit einer ausführlichen Beschreibung des Platzes nicht aufzuhalten. Es
möge hinreichend sein, zu erwähnen, daß die mit vielen Thürmen in den Flanken
besetzten Mauern der Stadt einen fast vollständigen Kreis bilden, in dessen
Mittelpunkte sich der Palast erhebt, ein prachtvolles Gebäude, das, aus viereckigen ¬
Steinen solid erbaut, mit gehauenen Figuren und Ornamenten sehr mühsam ¬
verziert ist. Es datirt sich wahrscheinlich aus der Regierungszeit der
sassanischen Könige von Persien, gewiß nicht vor der arsakischen Dynastie, ¬
obgleich die Stadt selbst, woran ich wenig zweifle, in einer sehr frühen
Periode gegründet wurde. Die Zeichen auf allen Steinen, welche entweder ein
Zeichen des Erbauers gewesen zu sein oder auf irgend eine religiöse Observanz
Beziehung gehabt zu haben scheinen, findet man an den meisten Gebäuden, die
**)
sassanischen Ursprungs sind, in Persien, Babylonien und Susiana.
Mit Ausnahme eines gelegentlich vorkommenden Alarms in der Nacht, den
Diebe, welche unsere Pferde zu stehlen versuchten, verursachten, wurden wir
während unserer Anwesenheit hier nicht gestört. Die Araber aus den benachbarten ¬
Zelten brachten uns Milch, Butter und Schafe. Wasser tranken wir
aus dem Thathar, obgleich es etwas salzig ist; und unsere Diener und Kameeltreiber ¬
füllten während des Tages viele Körbe mit Trüffeln.
Auf unserem Rückwege passirten wir die Wüste quer hindurch, erreichten
Wadi Ghusub in der ersten Nacht und Mosul am folgenden Morgen.
Dathan und Abiram, welche sich beide erst neuerdings in Raubzügen ausgezeichnet ¬
hatten, und die deshalb mit den respectabeln Kaufleuten der Stadt
Rechnungen abzumachen gehabt hätten, deren Bilanz nicht wenig gegen sie ausgefallen ¬
sein würde, waren nicht zu bewegen die Stadt zu betreten, in der sie
allgemein bekannt waren. Wir hatten uns mit 2 oder 3 Anzügen von Seide
aus Damaskus versehen und so kleideten wir unsre Führer zum Zeichen unsrer
Zufriedenheit damit ein. Dathan grinzte ein melancholisches Lächeln, als er
diese Belohnung empfing. „Ja Bedsch," rief er, seine Stute nach der Wüste
umlenkend aus, „möge Dir Gott Frieden geben! Wallah! Deine Kameele sollen
sein, als ob es die der Schammar wären. Und wenn sie auch mit Gold
beladen wären, so sollen sie unsre Zelte passiren, und unser Volk soll sie nicht
anrühren.
Ein Jahr nach unserem Besuche bei Sofuk wurde seine Laufbahn geendet.
Seine letzten Lebenstage mögen dienen, die Sitten des Landes und die Politik
Derer, die seine Herren sind, zu erläutern. Ich gab schon früher an, daß dem
Nedschris, Sofuk's Nebenbuhler, der Beistand fast des ganzen Stammes
der Schammar zugefallen war. In einem Monate sah sich Sofuk beinahe
*) Man sehe Dr. Ross's Memoire in dem Journale der Geographical Society
und Dr. Ainsworth's Reisen. Eine Abhandlung über den Platz von mir, begleitet
von Plänen u. s. w. wurde in dem Institute of British Architects vorgelesen und
theilweise in dem „Builder“ abgedruckt.
**) In dem Memoire des Herrn Ainsworth in dem Journale der Geographical
Society sind viele dieser Zeichen angegeben. Sie sind nicht Buchstaben eines besondern ¬
Alphabets, sondern Zeichen aller Art. Aehnliche Zeichen habe ich zu Bisutum,
Ispahan, Schuster u. a. Orten in Persien entdeckt, wo sassanische Gebäude
existirt zu haben scheinen.