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Hauptblatt.
In der ersten Periode wuchs die Christenzahletwa um die Hälfte, -
die Judenzahl um ein Drittel; in der zweyten Periode
wuchs die Christenzahl etwa um ein Zehntel, die Judenzahl
um den vierzehnten Theil; in der dritten Periode wuchs
die Christenzahl etwa um den siebenten, die Judenzahl fast
um den sechsten Theil.
Die frühen Heirathen, die unter den Juden häufig vorkommende -
Untauglichkeit zum Militärdienste, verbunden mit ihrer
äußersten, in der Masse an's Darben gränzenden Genügsamkeit
rücksichtlich der Lebensbedürfnisse erklären es, wie sie mit dem
Fortschreiten der christlichen Einwohnerzahl gleichen Schritt halten, -
ja dasselbe in einzelnen Jahren sogar überflügeln können.
Von der Gesammtvermehrung beträgt der jüdi¬4.) -
sche Zuwachs
in der 1. Periode den 24. Theil, oder etwas mehr als 4 pCt.
beynahe 6 „„ -
18.
„ „ 2.
„„ -
3.
„ 15.
5.) Vergleicht man endlich die gesammte Volkszahl
mit der Judenzahl, so zeigt sich, daß die letztere fast den siebenzehnten -
Theil der ersteren beträgt, das heißt: die Juden -
machen in Galizien mehr als fünf, beynahe
sechs Procente aller Einwohner aus. Es vertheilen
sich also daselbst, auf einem Raume von 1548,03 geogr. Quadratmeilen -
2831 Einwohner *), worunter fast 154 Juden, auf eine
Quadratmeile *).
Postcarte der öster. Monarchie herausgeg. v. k. k. Gen. Quart.
M. Stabe, 2. Aufl. 1827
Dagegen rechnet Liechtenstern in Ungarn, wo sich ihre Anzahl -
stets vermehrt hat, 128,400 Juden (a. 1818); also von allen -
damahligen Bewohnern, d. i. von 8,063,680, beyläufig den
zwey und sechzigsten Theil
In Böhmen beträgt ihre Anzahl etwa 62,000, mithin etwa
den sechzigsten Theil der Gesammtzahl von 3,582,098 2).
In Mähren gibt Liechtenstern unter 1,749,486 Seelen bey
30,000 Juden an, was ungefähr den acht und fünfzigsten
Theil ausmacht 3).
jene öster. Provinzen, worin
Diese sind — nächst Galizien —
sich die Judenschaft verhältnißmäßig am meisten ausgebreitet hat.
— Im ganzen Kaiserthume pflegt man ihre Anzahl auf
eine halbe Million zu schätzen *); mithin kömmt auf etwas mehr
als fünfzig Einwohner der Monarchie ungefähr Ein
Jude.
Des Freyherrn v Liechtenstern „Vollständiger Umriß der Statistik des
„öster. Kaiserthums“, Brünn 1820, S. 170 und 191.
2) Schnahel's „Statistische Darstellung von Böhmen“, Prag, 1826
S. 16.
Obiges Werk von Liechtenstern, ebendaselbst.
1). Christ. Stein's Handbuch der Geographie und Statistik, Leipzig,
1825, 2. Band, S. 39. — Liechtenstern schätzt ihre Zahl, im oben
angeführten Werke, S. 191, auf 487,000; schon im Jahre 1787
waren ihrer 368,552.
Max-Planck-Institut für