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Stöger: jüd. Bevölk. in Galizien.
Von diesen enthielten bloß die 19 Kreishauptorte, sodann
Brody und Drohobycz (die zwey vorkreichsten Städte nächst Lem=182,443 -
berg) unter einer Gesammtzahl von
72,396,
Seelen, eine Judenzahl von.
also mehr als ein Drittel der ganzen, galizischen Judenschaft;
so wie man drey Viertel derselben auf die Städte und Märkte
überhaupt, und das letzte Viertel auf die Dörfer rechnen darf 4).
Diese Zahlen mögen allerdings einiger Berichtigung fähig
seyn, indem das tief gewurzelte Vorurtheil der Israeliten besteht:
daß ein gezähltes Volk zu Grunde gehen müsse; — womit sich
noch manche andere, polizeyliche und pecuniäre Gründe der Verheimlichung -
vor der Conscriptions=Revision verbinden mögen.
Nimmt man aber auch nur die runden, wohl ziemlich sichern
Zahlen zur Grundlage einer Vergleichung, so ergeben sich unter
andern folgende Resultate:
1.) In dem halben Jahrhunderte seit der ersten Conscription
nach der Revindication (1776) hat sich die jüdische, gleich der christlichen -
Volkszahl nahe an das Doppelte vermehrt.
2.) Theilt man diesen Zeitraum ab, so ergeben sich 3 Perioden
von 1778 bis 1797, d. i. 21 Jahre,
und
„ 1797 „ 1819, „ 22 „„ -
1819 „ 1826,
von welchen die zwey ersten ungefähr
gleich sind, der letzte aber
ein Drittel der vorausgehenden beträgt. Das Fortschreiten der jüdischen -
Volkszahl betrug
in der 1. Periode 45,242, der christlichen 1,042,531 Köpfe
235,853
13,335, »
„ „ 2.
467,152
32,091, »
„ „ 3.
3.) In Vergleichung mit dem Fortschreiten der christlichen
Bevölkerung ergibt sich Folgendes:
Sieh auch Rohrer's Statistik des öster. Kaiserthumes, Wien,
1827, 1. Band, S. 302.
Die Stadt Lemberg zählte a. 1826 52,202 Einw. darunt. 29,259 J.
18,318 „16,315 -
„Brody -
»
11,290
3,627 „Drohobycz -
»
2) Die, unverhältnißmäßig scheinende, Abnahme des Fortschreitens
in der zweyten Periode — im Vergleiche mit der ersten erklärt
sich daraus; daß während der ersten die Bucowina conscribirt
ward, während die zweyte alle Kriegsjahre umfaßt, worin auch
die Judenschaft mehr, als sonst zum Kriegsdienste gezogen ward;
daß ferner während derselben häufig Auswanderungen der Juden
in das russische und türkische Gebieth vorkamen, und endlich, daß
der zamoscer Kreis wegfiel, welcher schon im Jahre 1784
12,077 Juden zählte.
Bb
Max-Planck-Institut für