Full text: Archiv für die Rechtspflege und Gesetzgebung im Großherzogthum Baden (Bd. 2 (1832))

664 v. Kettennaker, über das gesetzl. Pfandrecht 
der Vormund zur Zeit der Uebertragung seiner ursprünglich 
aus anderm Titel entsprungenen Schuldigkeit in die Periode 
seiner Verwaltung bereits insolvent ist. Das Gesetz will das 
Vermögen der Kinder für den Fall der Concurrenz mit an¬ 
dern Gläubigern des Vormundes sicher stellen, allein es will 
sie nicht auf Kosten der nicht privilegirten Creditoren und 
resp. aus dem Beutel der Letztern bereichern. 
Eine Forderung, die sich zur Zeit der Vormundschafts¬ 
Uebernahme als verloren darstellt, bleibt also auch später als 
Eigenthum der Pupillen verloren, insofern sich nicht in der 
Folge wieder der Zustand der Insolvenz des Vormundes hebt. 
§. 7. Aus dieser Darstellung ergeben sich nun folgende 
Resultate: 
A. Die elterliche Nutznießung erscheint oft allein, oft in 
Verbindung mit der Vormundschaft. 
B. Wo die Eigenschaft des Nutznießers mit jener des Vor¬ 
mundes in der Person des Vaters concurrirt, ist der¬ 
selbe seinen Kindern für alle Handlungen verantwort¬ 
lich, welche in die Periode seiner Verwaltung fallen, 
vorausgesetzt, daß das Vermögen derselben dadurch 
beeinträchtiget wird, und ihm ein Verschulden nachge¬ 
wiesen werden kann. 
C. Unter jene Handlungen gehört vornehmlich auch die 
Uebernahme des Vermögens, die Zueignung der Fahr¬ 
nißstücke, und in Folge derselben die Verwahrlosung 
der Pupillen-Interessen, sofort das Unvermögen, seine 
Verbindlichkeit zu erfüllen. 
D. Dieser aus dem Vormundschaftsverhältniß entspringen¬ 
den Verantwortlichkeit folgt in allen Beziehungen 
das gesetzliche Unterpfandsrecht der L. R. S. 2121. 
Abs. 2. und 2135. Abs. 1., welches die erstere zu rea¬ 
lisiren bestimmt ist. 
administre pendant le mariage. Zachariä Handb. des franz. 
Civilrechts. 2te Aufl. Bd. II. §. 202. Note 4. Merlin Répert. in. 
Hypothèque. S. II. art. IV. Nr. III. 
Max-Planck-Institut für
	        
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