71
Genauer: Als wesentliche Qualifikationsarten werden von den
Mitarbeitern des SOFI gegenstandsbezogen-technische und
sozial-kommunikative Qualifikationen und innerhalb beider
Kategorien - in Anlehnung an HACKER - sensumotorische, perzeptiv-routinisierte, -
Denk- und arbeitsmotivationale, bei den
sensumotorischen und perzeptiv-routinisierten auch noch
prozeßspezifische und prozeßübergreifende unterschieden
(Denken und Arbeitsmotivation werden durchweg den prozeßübergreifenden -
Qualifikationen zugeordnet; MICKLER, MOHR und
KADRITZKE, 1977, II, S. 31, 35). Soweit die Unternehmen sich
bei der technischen und organisatorischen Gestaltung der
Arbeitsplätze von qualifikatorischen Überlegungen leiten lassen,
sind zwei Gesichtspunkte ausschlaggebend: Ersparnis von Lohnund -
Ausbildungskosten und Unterbindung von Kritik (seitens
der Beschäftigten). Deshalb neigen sie zum Einsatz minderqualifizierter -
Arbeitskräfte und versuchen in jedem Falle, mit
den vorhandenen Qualifikationen auszukommen.
Die skizzierten Unternehmensstrategien sind nach den Untersuchungen -
des SOFI in der Bundesrepublik während der letzten
Jahrzehnte weitgehend erfolgreich gewesen. Das ist vor allem
an der tendenziellen Polarisierung industrieller Facharbeit
(mit Ausnahme des Instandhaltungssektors) abzulesen: Mit den
technischen und organisatorischen Veränderungen gehen bei Facharbeitsplätzen -
nur in verhältnismäßig seltenen Fällen Höherqualifizierungen -
und Umqualifizierungen auf dem bisherigen
Niveau einher; häufiger erfolgt eine Dequalifizierung auf die
Stufe des Angelernten. Die Gegenreaktionen und -strategien der
abhängig Arbeitenden und ihrer Organisationen haben hierzulande
bisher nur vorübergehende Teilerfolge gezeitigt.
Das heißt nach dem Ansatz des SOFI resultiert die gegebene
Arbeitsplatz- und Qualifikationsstruktur nicht allein aus den
Rationalisierungsbemühungen der Unternehmen, sie stellt vielmehr