Full text: Österreichische Zeitschrift für Rechts- und Staatswissenschaft (Jg. 1849, Bd. 1 (1849))

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Hauptblatt. 
vollständige Uebersicht der Ansichten und Gründe des Verfassers oder Er¬ 
zählung des Rechtsfalles, um den es sich handelt, ja hin und wieder noch 
überdieß die Ansichten der Recensenten solcher Werke beigefügt sind, so 
daß der Benützer des Maucher'schen Werkes in sehr vielen Fällen das 
Lesen des betreffenden Aufsatzes selbst wird entbehren können. 
Zum Schlusse haben wir noch von einer sehr schätzenswerthen Bei¬ 
gabe zu sprechen, welche aber mit der Darstellung der Quellen und Lite¬ 
ratur des österreichischen Strafgesetzes in keinem inneren Zusammenhange 
steht, sondern eine ganz eigene abgesonderte Arbeit bildet, die hier in der 
äußeren Form mit dem Hauptwerke in Verbindung gebracht ist. Es ist 
dieß die Beziehung auf die deutsch=strafrechtliche Literatur und Gesetzgebung, 
durch welche der Herr Verfasser sich das Verdienst erworben hat, der 
Erste in Oesterreich in systematischer und vollständiger Behandlung auf 
die Anordnungen der deutschen Particulargesetzgebungen in Vergleichung 
mit den Bestimmungen unseres Strafgesetzes aufmerksam gemacht zu 
haben. 
Bei jedem Gesetzesparagraphe, welcher eine wesentliche Bestimmung 
trifft, sind aus den bestehenden vierzehn deutschen Particulargesetzen die 
Artikel berufen, welche denselben Gegenstand behandeln, und eben so sind 
die Stellen angeführt, wo in den Lehrbüchern Mittermayer's, Heff¬ 
ter's, Luden's und Marezoll's die eben diese Materie betreffende 
neueste Literatur zu finden ist. Diesen Berufungen ist eine kurze verglei¬ 
chende Darstellung der Anordnungen dieser Gesetze und der Ansichten der 
geschätztesten Schriftsteller über den betreffenden Gegenstand beigefügt 
und es ist nur zu bedauern, daß der Herr Verfasser auf das gemeine 
deutsche Strafrecht, welches doch die Grundlage der neueren deut¬ 
schen, ja in mancher Beziehung auch unseres Strafgesetzes ist, dabei gar 
keine Rücksicht genommen hat. — Diese für Oesterreich ganz neue Arbeit 
bietet demnach ein bedeutendes Interesse, und wenn durch diese kurzen 
Andeutungen in manchen österreichischen Juristen die Lust geweckt wird, 
sich auf dem angezeigten Wege mit dem deutschen Strafrechte (im weite¬ 
sten Sinne) vertrauter zu machen, so hat der Herr Verfasser dadurch für 
die künftige Fortbildung der österreichischen Strafgesetzgebung mehr wah¬ 
ren Nutzen gestiftet, als die ganze übrige in seinem Werke dargestellte 
Literatur zusammen genommen. 
Ein dem Werke beigegebenes alphabetisches Sach= und Namenregi¬ 
Max-Planck-Institut für
	        
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