Full text: Österreichische Zeitschrift für Rechts- und Staatswissenschaft (Jg. 1849, Bd. 1 (1849))

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Anz. üb. Maucher's: Quellen der österr. St. G. 
insbesondere angeführt. Wo über eine Frage verschiedene Ansichten beste¬ 
hen, sind dieselben (rücksichtlich die Abhandlungen, in denen dieselben 
vorkommen) zusammen, und einander gegenüber gestellt. Eigene Ueber¬ 
schriften machen dort, wo viele Abhandlungen bei einem Paragraphe zu= 
sammentreffen (z. B. §§. 117, 122, 123, 151, 176), den Gegenstand 
leicht übersichtlich, und die fortlaufende Numerirung der Abhandlungen 
vermittelt die Beziehungen derselben unter sich. Es ergibt sich schon hier¬ 
aus, daß der Herr Verfasser bemüht war, allen Anforderungen, die in 
dieser Hinsicht gestellt werden können, nach Möglichkeit zu entsprechen, 
und es ist ihm auch durch durchaus gelungen; ich wenigstens muß gestehen, 
daß mir bei Durchlesung dieses Werkes kein Fall aufgestoßen ist, wo ich 
eine andere Einreihung oder eine mehrere Beziehung gewünscht hätte. 
Die zweite Hauptabtheilung enthält Werke, welche zunächst in das 
Gebiet der Hilfswissenschaften gehören, sich jedoch in ihren Forschungen 
und Ergebnissen zunächst auf die österreichische Strafgesetzgebung beziehen. 
Es werden die philosophischen, historischen und gerichtlich=medicinischen 
Hilfswissenschaften insbesondere hervorgehoben. Jch habe schon oben auf= 
merksam gemacht, wie gerade diese Abtheilung es ist, welche den traurig 
sten Beweis von dem Zustande der juridischen Literatur liefert, indem die 
rationelle Behandlung des Strafrechts nur durch 10, die Strafrechts= 
geschichte des großen uralten Kaiserstaates aber ebenfalls nur durch 10 
Werke und Abhandlungen vertreten ist, während die erste (die hermeneu= 
tische Richtung umfassende) Hauptabtheilung 684 größere und kleinere 
Abhandlungen aufführt. 
Reichhaltiger sind die Schriften aus dem Gebiete der gerichtlichen 
Arzneikunde, insofern sie sich auf das österreichische Strafgesetz beziehen, 
indem 32 einzelne Werke und Abhandlungen aufgeführt sind. 
Ein Anhang bringt eine Uebersicht der Schriften über das Ge¬ 
fängnißwesen (16 an der Zahl), in welcher Beziehung sich seit dem 
Jahre 1843 eine erhöhte literarische Thätigkeit in diesem Gebiete zeigt. 
Schon diese Uebersicht zeigt, wie mühsam die Zusammenstellung 
dieser Darstellung gewesen sein muß, und man muß der ausgebreiteten 
Belesenheit und dem unermüdeten Fleiße des geschätzten Herrn Verfassers 
die höchste Anerkennung zollen, wenn man bedenkt, daß er sich keineswegs 
begnügt hat, die bloßen Titel der Werke oder Abhandlungen anzuführen, 
sondern daß jedem Titel einer Schrift auch eine kurze, aber möglichst 
Max-Planck-Institut für
	        
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