fullscreen : Dokumentationshandbuch Ostdeutsche Lebensverläufe im Transformationsprozess- Dokumentation verwendeter Materialien ([2], Teil 2)

Matthes/  Lichtwardt:  Editionsbericht  LV-Ost  71,  Seite  9
transparenter,  die  Daten  jedoch  auch  oft  differenzierter  und  möglicherweise  nicht  eindeutiger,
sondern  problematischer  wurden.  Um  lange  Einarbeitungszeiten  der  Editeure  zu  verhindern,
wurden  anfangs  ausschließlich  Fälle  ediert,  in  denen  ein  Tonband  vorlag.  Dieses  Vorgehen
ermöglichte  den  Bearbeitern  ein  „Hineinhören"  (Tonband)  parallel  zu  einem  „Hineinsehen'
(Einzelfallprotokoll)  in  den  Frageablauf.  Zusätzlich  verhalf  ein  eigens  für  die  LV-Ost  71
entwickeltes  Biographieschema  zu  einer  größeren  Transparenz  der  Lebensverlaufsstrukturen
(siehe  Anhang  3).  Dieses  Kurzprotokoll  gab  einen  komprimierten  Überblick  (in  zeitlicher
Reihenfolge)  über  die  Verlaufssegmente  (Wohngeschichte,  Schule,  Ausbildung  und  Erwerb).
So  konnte  leicht  ein  Gesamteindruck  über  den  Lebensverlauf  und  auch  über  eventuelle
Verlaufslücken  und  Inkonsistenzen  gewonnen  werden.
Aufgrund  der  Komplexität  der  editorischen  Fallbearbeitung  ist  es  nicht  angebracht,
systematische  Codieraufgaben  zu  integrieren.  Die  Editeure  mussten  dennoch  mit  den
Verfahren  der  Codierung  und  spezifischen  einzelnen  Schlüsseln  vertraut  sein,  da  die  Edition  auf
der  Überprüfung  und  Korrektur  von  Codes  basiert.  Um  diese  Überprüfung  bzw.  Korrektur  zu
ermöglichen  wurden  Codeübersichten  für  alle  zu  edierenden  Module  erstellt.  Da  das  von
INFAS  Sozialforschung  erstellte  Codebuch  nur  unzureichend  über  Filterführungen  im
Erhebungsinstrument  Auskunft  geben  konnte,  enthielten  diese  Übersichten  sowohl  die
Variablenbezeichnungen,  die  dazugehörigen  Labels,  Codes  und  deren  Labels  als  auch  die
Filterführungen  und  weitere  Bemerkungen  (siehe  beispielhaft  Anhang  3).  Um  die  Überprüfung
häufig  benutzter  Codierungen  zu  erleichtern,  wurden  zusätzlich  Schautafeln  auf  der  Grundlage
der  Materialien  der  LV-DDR  erarbeitet  und  für  die  Edition  zu  Arbeitsunterlagen  aufbereitet
(auszugsweise  in  Anhang  4).  Darüber  hinaus  stand  ein  zunächst  unvollständiges,  im  Laufe  des
Editionsprozesses  ständig  aktualisiertes  Editionshandbuch  zur  Verfugung,  in  dem  neben  einer
Einführung  in  das  Editionsprojekt  im  Allgemeinen  und  in  das  Frageprogramm  im  Besonderen
auch  Grundlegendes  über  die  auszuführenden  Editionsarbeiten  sowie  Hintergrundinformationen
zu  historischen  Rahmenbedingungen  der  DDR  vor  1989  und  Ostdeutschland  nach  1989  sowie
die  Editionsregeln  zu  finden  waren.  Zur  Unterstützung  der  Editionsarbeiten  wurde  darüber
hinaus  eine  Sammlung  spezieller  Fachliteratur  (z.B.  GABI,  Gesetzblätter  der  DDR,
Beschlüsse  der  Kultusministerkonferenz,  vgl.  Literatur)  und  eine  ausführliche  Übersicht  über
wichtige  Daten  der  Zeitgeschichte  zusammengestellt.
5.4.  Editionshandbuch
Ein  systematisches  Regelwerk  für  die  Edition  von  retrospektiven  Lebensverlaufsdaten  ist
aufgrund  der  Komplexität  der  zu  erfassenden  Zusammenhänge  unmöglich.  Deshalb  sind  die  bei
der  Datenedition  verwendeten  Arbeitsmaterialien  nicht  in  einem  „Guss"  entstanden,  sondern
ausgehend  von  den  Materialsammlungen  und  Editionshandbüchern  der  Lebensverlaufsprojekte
            
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