Full text: Jahrbücher der Gesetzgebung und Rechtspflege im Königreich Württemberg (Bd. 2 (1826/27))

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„nicht Genüge leisten sollte, brand¬ 
„marken würde." 
Dieses Schreiben wurde aber von dem Curator 
dem Unternehmer der Lotterie mitgetheilt, und hier¬ 
auf von diesem, welcher sich durch die vorstehenden 
Ausdrücke des Briefschreibers für gröblich injurirt 
hielt, eine förmliche Injurienklage angestellt, wobei 
er nicht nur auf gerichtliche Bestrafung des Brief¬ 
schreibers, als angeblichen Injurjanten, sondern auch 
auf Ehrenekklärung und eine Privatsatisfaction an 
Gelde, und zwar mit ein tausend Gulden, den 
Antrag stellte. 
Hierbei bieten sich nun hauptsächlich folgende 
Rechtsfragen dar: 
1) Können die oben bezeichneten, in einem Briefe 
an einen Dritten gebrauchten Ausdrücke als wirk¬ 
liche „Injurie" angesehen werden, welche den 
vermeintlich Beleidigten zur Anstellung einer 
Injurienklage berechtigen, und kann hiernach der 
Briefschreiber als Injuriant gerichtlich bestraft 
werden? 
2) Hat neben der gerichtlichen Strafe auch noch 
ein Antrag auf Ehrenerklärung und auf Privat¬ 
satisfaction an Gelde, in rechtlicher Hinsicht, 
statt? 
Sachkundige Männer werden ersucht, ihre An¬ 
sicht hierüber in diese Jahrbücher niederzulegen. 
Staatsbibliothe 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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