Full text: Reichsritterschaftliches Magazin (Bd. 13 (1790))

die Anfälle des Feindes vertheidiget werden 
können, sondern die Absicht bey Erbauung | | 
der Warten gieng blos dahin, um auf den 
Wart=Thürmen auf die Feinde ein wachsames 
Auge zu haben, und selbige zu beobachten, da= 
mit, wenn sie sich den benachbarten Schlös= 
sern oder auch Städten näherten, diesen ein 
Zeichen mittelst eines Feuers, so auf den Wart= 
Thürmen angezündet wurde, oder durch ein 
anderes Signal gegeben werden konte, daß 
die Feinde im Anzug begriffen wären, und 
man sich in den Schlössern oder Burgen in 
Verfassung sezen möchte. Solchemnach 
bestanden die Warten blos aus steinernen 
Thuͤrmen, die entweder noch mit einer Mauer 
umgeben waren oder nicht. Sie waren also 
im eigentlichen Verstand keine Schlösser, 
weil sie weder zu Wohnungen noch zur Ver= 
theidigung eingerichtet waren, folglich können 
die Warten nicht unter dem Nahmen der 
Schlösser begriffen gewesen seyn, weil der Be= 
griff von einem Schloß auf selbige nicht 
passet. 
Ferner wird Fünftens behauptet, daß di | | 
Schlösser auch Kemnaten geheissen hätten. 
Wir wollen sehen, wie der Beweiß von dieser 
Behauptung lautet. Euer Hochwürden sagen, | | 
selbst das Wort Kemnad heisse soviel als ein 
aus Steinen erbautes Hauß, ein Stein=Hauß, 
domus lapidea, und dieses ist auch die eigent= 
liche Bedeutung. Allein wie kan man nun 
hieraus die allgemeine Schlußfolge ziehen: 
daß 
Max-Planck-Institut für
	        
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