Full text: Sammlungen zu den deutschen Land- und Stadtrechten (Th. 3 (1775))

Max-Planck-Institut für 
14 
Geschichte 
heiten und Gerechtsamen zu laßen, worüber diese schon einen Freyheits-Brief 
von ihrem Vater und Großvater aufzuweisen hatten, mit dem Zusatze, daß sie 
auch weder von ihnen, noch ihren Beamten darinne gestöhret, sondern deren 
Freyheiten vielmehr erweitert, als geschmälert werden sollten. (u 
Friedrich, 
der Teute, brachte die Helfte seines Vaters Bruders, Landgraf Albrechts, 
Meißnischer Landes-Portion durch Kauf an sich, und vererbte hierauf mit sei¬ 
nem Tode das ganze Marggrafthum nebst seinen übrigen Ländern, an deßen 
beyden Söhne, die Marggrafen, Friedrichen, den Freudigen, und Diezman= 
nen, und ersterer bekam hiervon Meißen in seinen alleinigen Besitz. 
Dieser 
ein junger und unternehmender Herr, versuchte die Ausführung desjenigen, 
woran sein Großvater sich ganz zu wagen noch nicht getrauet hatte, doch noch 
mit einigen, in den verhandenen wenigen Beweis-Nachrichten verspürten behut¬ 
samen Wendungen, weil die Kayser wiederum attent auf ihre alte Vorrechte 
wurden. Das deutsche Reich erlangte, nach dem großen Jnterregno wiederum 
ein einziges höchstes Oberhaupt in der Person Rudolphs von Habsburg und es 
succedirte selbigem Adolph von Naßau. Von diesem finden sich einige Beweise 
der Wiederauflebung in hiesigen Landen desjenigen, was vorhero etwa ver¬ 
schleifet worden seyn mochte. 
Kayser Adolph verpfändete unter dem Namen der Reichs-Güter das Land 
Pleißen überhaupt, welches sein Vorfahrer wieder an sich gebracht hatte, und 
die darinne gelegene Städte Altenburg, Zwickau und Chemnitz, besonders, im 
Jahre 1292. König Wenzeln, dem andern in Böhmen, bey der vorgehabten 
Heyrath deßen Tochter mit seinem Sohne Rupert, für die schon im voraus be= 
Er bestätigte unterm 13. Jenner 1296. eine der Haupt= 
zahlte Mitgabe. (v) 
gemachte Schenkung, (w) besonders aber, vermöge einer 
kirche zu Chemnitz 
noch ungedruckten Urkunde, welche wir aber in Händen gehabt, unterm dato 
apud Nuwenburg, Pridie Idus May gedachten Jahres, alle Privilegia des Klo= 
ster Nimptschen bey Grimma, und darunter namentlich den Bergzehenden, 
welchen diesem Kloster Marggraf Heinrich, der Erlauchte, von allen Berg= 
werken seiner Länder, und darunter auch von den Freybergischen, ehemals ge¬ 
schen=¬ 
(u) Wilke bringet zwey Bestätigungs-Urkunden Marggraf Friedrichs, des Teuten 
einerley Inhalts, die eine vom Jahre 1287 und die andere vom Jahr 1289. bey, 
und versichert so gar, die letzte im Originale gesehen zu haben. 
Er irret jedoch, 
und hat, indem er die erste aus Mollers Chronick, die andere aber von dem ihm 
communicirten Originale abgeschrieben, bey der letztern die Jahrzahl falsch gelesen. 
Denn Freyberg hat nur eine einzige Bestätigungs=Urkunde dieses Friedrichs vom 
Jahre 1287. aufzuweisen, und es sind deren von seiner kurzen Regierungs-Zeit 
nicht einmal mehrere zu vermuthen. 
(v) Diploma apud LUDEWIGIUM, Reliqv. Mss. Tom. V. p. 435. 
(N) Urkunde bey Richtern in der Chemnitzer Chronick, 1. Theil, 1. Stück, S. 114.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer