Full text: Wetzlarische Beyträge aus der Reichs-Praxi dasigen Höchsten Reichs-Gerichts (Bd. 1, Th. 2 (1763))

und Feld=Messung, und in wie fern rc. 7 
Dieses Gerichte aber stehet so wohl in la Ro- 
chischen=als Graͤflichen Pflichten, und muß Nah¬ 
mens beyder Gerichts-Herrschafften seinen Be¬ 
scheid ertheilen. Da nun Condomina verboth 
bey diesem Actu zu erschemen, so handelte das 
Gericht entweder gaͤntzlich wider seine Pflichten, 
oder begieng doch wenigstens einen Actum nul¬ 
lum, wann es sich zu einer Handlung gebrau¬ 
chen ließ, die ihm von der Mit-Herrschafft un¬ 
tersaget war. 
Dann in Fallen, wo Zwey Herren sind, und 
der eine etwas zu thun befiehlet, der andere aber 
es verbiet, und unterlassen haben will, kan, weil 
Vota paria vorhanden sind, nichts aus der Sa¬ 
che werden, sondern es bleibet, wie es gewesen, 
(b), & conditio prohibentis potior est, quam 
conditio jubentis. 
Es war also diese einseitig vorgenommene 
Particular-Feld=Messung für null und nichtig 
anzusehen, und zwar um so mehr als in der Graf¬ 
lichen Verordnung vom 3ten Aprilis 1731. aus= 
drücklich erwehnet wird, daß offt und viel be¬ 
schwehrlich angezeiget worden, welcher gestalten 
wegen der vacanten Guͤther im Dorffe Mons¬ 
hei verdruͤßliche Streitigkeiten entstanden, zu 
deren Abhelffung und ordentlichen Ausmessung 
eines jedem ihme zukommende Guth sollte ge¬ 
Gleich= 
A 4 
messen werden. 
(5) Vid. COCCEJI de Calculo Minervae §. 10. GRO. 
TIUS de Jure Belli & Pacis lib. 2. cap. 5. §. 18. PUF- 
FENDORFF de Jur. Natur. & Gent. lib. 7. cap. 2. f. 17. 
Max-Planck-Institut für
	        
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