Full text: Wetzlarische Beyträge aus der Reichs-Praxi dasigen Höchsten Reichs-Gerichts (Bd. 1, Th. 2 (1763))

und Feld=Messung, und in wiefern rc. 5 
warum MYLER abEHRenBach in seiner Me¬ 
trologia, und de Lapide Terminali statuiret, ein 
Furst und Landes=Herr könne nicht nur die ge- 
nerale Feld-oder Land-Messung, und Marck¬ 
und Bann=Steine zu setzen, sondern auch in ei¬ 
nem jeden Orte eine besondere Acker-Messung, 
und Dorff= und Feld=Steine zu legen anbefehlen. 
Allein in Hypothesi da Klagerin aus einem 
Vergleich Actione praescriptis verbis agiret, ver¬ 
hielt sich die Sache gantz anders. Der Herr 
Graf zu Leiningen=Westerburg ist zwar Landes= 
Herr, ratione seiner Unterthanen, deren Guͤther 
er messen, und allwo er Graͤntz-Steine setzen läͤst. 
Die Klägerin aber ist als ein Mit=Glied der 
immediaten Reichs=Ritterschafft nicht seine Sub¬ 
dita; sondern Condomina uber das Gerichte. 
Dieser kan er nicht befehlen, daß sie das Gerichte 
wider ihren Willen zu Gerichtlichen Dorff-Acti- 
bus employiren soll. 
Daferne ein anderer Herr Graf, oder sonst 
ein Status Imperii diesen Frey=Adelichen Hof, 
und das Condominium uͤber das Gerichte haͤtte, 
so wuͤrde er ein solches Zumuthen gewiß nicht 
ungeahndet lassen, und Gewalt mit Gewalt ab¬ 
treiben. Ob nun gleich die von der Freyen 
Reichs=Ritterschafft eigentlich keine Status sind / 
so gaudiren sie doch nach denen Kayserlichen Ca¬ 
pitulationibus und andern Reichs=Gesetzen plu¬ 
rimis Juribus Statuum, und lassen sich von Sta¬ 
tibus, etwas zu thun, oder zu lassen, nicht 
anbefehlen. 
A 3 
§. 8. 
Max-Planck-Institut für 
euro
	        
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