Metadaten : Böhm, Andreas: Gründliche Anleitung zur Meßkunst auf dem Felde, samt zweyen Anhängen vom Wasserwägen und von der unterirdischen Meß- und Markscheidekunst, zum Nutzen derer, denen an der Ausübung dieser Wissenschaften gelegen ist, hauptsächlich aber zum Gebrauche seiner Zuhörer aufgesetzt

Von  der  Zeichnung,  Ausrechnung  und  Eintheilung.
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Diese  Operation  ist  auch  um  deswillen  accurater  als  die  vorige,  weil
die  Bases  und  Perpendicula  der  Trapeziorum  und  Triangeln  auf  dem  Felde =
  selbst  gemessen  werden,  wenn  man  den  krummen  Umfang  in  den  Grund
leget  (§.  67.  segq.).  Hätte  man  den  Jnnhalt  eines  Teiches  z.  E.  Fig.  61.  Tab.  VIII.
auf  dem  Felde  selbst  auszurechnen;  so  kann  man  ihn  von  aussen  mit  einer  Fig.  61.
geradelinichten  Figur  ABCDE  umgeben,  dieselbe  ausrechnen  und  die
Trapezia,  um  welche  die  äussere  Figur  gröser  ist  als  der  Teich,  davon
abziehen.
§.  86.
Den  Jnnhalt  der  Häuser  und  Hofraithen  in  einem  Stadtoder ¬
  Dorf=Riß  auszurechnen.
Auf  eine  dünne  und  ebene  Glastafel  reisset  mit  einem  Diamant ¬
  ein  Quadrat,  so  nach  dem  gehörigen  Maasstabe  eine  gewisse
Anzahl  Ruthen  lang  und  breit  ist,  und  ziehet  gleichfalls  mit  dem  Dia=Tab.  XII.
mant  der  Laͤnge  und  Breite  nach  andre  Linien,  wodurch  ihr  das  grose  Fig.  76.
Quadrat  in  einzele  Quadrat=Ruthen  abtheilet.  Leget  nun  dieses  getheilte =
  Quadrat  dergestalt  auf  eine  Hofraithe,  daß  die  gezogene  Linien
unterwaͤrts  gegen  das  Papier  gekehret  sind,  und  daß  eine  Seite  des
Quadrats  auf  einer  Seite  der  Hofraithe  und  ein  Ecke  jenes  auf  einem =
  Ecke  dieser  aufliege.  Zählet  alsdenn  die  ganze  Quadrat=Ruthen,
so  innerhalb  den  Raum  der  Hofraithe  fallen,  und  die  Stücke  derselben =
  judiciret  einzelen  so  genau  nach  dem  Augenmaase,  als  ihr  könnet,
summiret  sie  und  addiret  sie  zu  den  vorigen.
Wer  mit  dem  Diamant  und  Glas  nicht  umgehen  kann,  mag  auf  einem =
  geraden  dünnen  Stücke  Horn,  dergleichen  man  zu  Laternen  braucht,
die  Linien  mit  dem  Zirkelfuße  ziehen.  Das  Horn  wirft  sich  aber  leicht,
daher  man  es  ausser  dem  Gebrauch  zwischen  die  Blätter  eines  Buchs  legen =
  und  also  verwahren,  auch  vor  jedesmaligem  Gebrauche  nach  dem
Maasstabe  von  neuem  examiniren  muß.  Eben  diese  Methode  lässet  sich
bey  Teichen  und  vielen  dergleichen  andern  Dingen  anbringen.  Es  verstehet =
  sich  aber  von  selbsten,  daß  diese  Art  zu  verfahren  nur  vorgeschlagen
wird,  wenn  in  einem  grosen  Risse  z.  E.  von  einer  ganzen  Flur,  der  nach
einem  kleinen  Maasstabe  gezeichnet  ist,  der  Innhalt  einzeler  Hofraithen,
Gärten  u.  d.  g.  angegeben  werden  soll,  als  in  welchem  Falle  die  TrianR =
  3
geln
            
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