Full text: Juristische Zeitung für das Königreich Hannover (Jg. 33 (1858))

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thum zu zeigen, daß die Furcht vor dem Tode als Folge 
des Verbrechens das beste Mittel ist, von Verbrechen ab¬ 
zuhalten, zeigt der Verfasser (S. 49.) sehr scharfsinnig, 
indem er alle Motive und Umstände, unter welchen ein 
Mord verübt wird, zergliedert, daß der, welcher Mord 
verübt, theils die Todesstrafe, bei der ohnehin die größte 
Ungewißheit der Anwendung vorhanden ist, (S. 57.) nicht 
als nothwendige Folge des Verbrechens zu betrachten Ur¬ 
sache hat (man denke an die günstigen Wechselfälle des 
Verbrechens), theils überhaupt nicht an die Strafe denkt.*) 
Die Ergebnisse der Statistik (S. 63.) sprechen gegen die 
Nothwendigkeit der Todesstrafe. Alle Verbrechen bei wel¬ 
chen die Strafe aufgehoben wurde, haben sich nicht ver¬ 
mehrt. Ein interessantes Capitel ist (S. 64.) über die 
Nachtheile der Todesstrafe bei politischen Verbrechen und 
(S. 75.) über Todesstrafe gegen Weiber, mit guter Zer¬ 
gliederung der Motive, aus welchen so viele Morde von 
Männern durch ihre Ehefrauen vorkommen. 
Der Verfasser schließt damit, daß die Abschaffung der 
Todesstrafe zu dem führen wird, was für die englische 
Strafjustiz unerläßlich ist, nämlich zur ernsten Erwägung, 
wie die Strafen abzustufen und in Einklang mit den Gro¬ 
ßen der Verschuldung zu bringen sind. 
Wie wenig zu erwarten ist, daß die zum Verbrechen Ent¬ 
schlossenen eine Berechnung anstellen, bei welcher sie den 
Vortheil, der durch das Verbrechen zu erreichen ist, mit dem 
schweren Uebel der gedroheten Strafe vergleichen; weil die 
welche in Aufregung des Bluts handeln, ohnehin nicht berech¬ 
nen, diejenigen, welche mit kaltem Blute Verbrechen begehen, 
durch die Hoffnung, daß das Verbrechen unentdeckt und 
straflos bleibe, gekeitet werden, zeigt ein anderer Gegner 
der Todesstrafe. Setti (Richter am Gerichtshofe zu Bo¬ 
logna) sulla Pena di morte (im Giurnale: La Tem. 
Heft VI. pag. 17. Firenze 1857) wobei er sich auf die Er¬ 
fahrung und seine Gespräche mit schweren Verbrechern beruft. 
Druck und Verlag von A. Pockwitz Buchhandlung in Stade. 
Vorlage 
Staatsbibliothek 
Max-Planck-Institut für 
zu Berlin
	        
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