Full text: Juristische Zeitung für das Königreich Hannover (Jg. 14 (1839))

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recht nur durch den gänzlichen Untergang des Objectes 
erlösche, daß es aber mit dessen Restitution sofort wie¬ 
derum auflebe. 
Eben der Ansicht ist Mühlenbruch in seiner Doctr. 
Pandect. Vol. VI. §. 424. wenn er sich über den Un¬ 
tergang eines Pfandes dahin ausspricht: 
Solvitur pignus 3) Rei pignori suspositae 
interitu. 
Woraus ohne Weiteres resultirt, daß das zum Pfande 
gegebene Object totaliter untergegangen sein muß, wenn 
das Pfandrecht als erloschen angesehen werden soll, und 
daß, wenn es also nur noch einigermaßen, sei es nun 
ganz, oder theilweise, existirt, das Pfandrecht daran bei 
Kräften bleiben soll. 
Endlich huldigt Schweppe in seinem Röm. P.=R. 
Band 2. §. 353 a. dem Principe, daß der theilweise 
Untergang einer Sache nichts schade, „wenn auch 
wie er sich ausdrückt — der Begriff der Sache da¬ 
durch verschwinden sollte." 
Auf das von diesem bewährten Rechtslehrer ausge¬ 
sprochene Princip dürfte vorzugsweise zu attendiren sein, 
welcher sogar dann noch die Existenz eines Pfandrechtes 
an einer Sache annimmt, selbst wenn der Begriff der¬ 
selben verschwunden sein sollte. Gegenwärtig ist nun 
aber der Begriff des verpfändeten Objectes noch vorhan¬ 
den, weil die Scheuer qu. trotz ihres Abbruches und 
Wiederaufbaues, eine Scheuer geblieben, nur daß sie an 
einem andern Orte existirt. Zwar könnte man zu arzu¬ 
mentiren geneigt sein, daß die fragliche Scheuer durch 
die Umbauung eine andere Gestalt erhalten, allein dies 
dürfte nur Illusion sein, da es auf die Gestalt eines 
verpfändeten Gegenstandes, als einen höchst secundairen 
Max-Planck-Institut für
	        
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