Full text: Juristische Zeitung für das Königreich Hannover (Jg. 14 (1839))

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Principaliter würde demnach Hellfeld in seiner 
Jurisprudentia for. §. 1105. zu berücksichtigen sein, 
welcher sich über den Untergang von Hypotheken folgen¬ 
dermaßen ausspricht: 
„Hinc cessat jus pignoris, ob rei interitum 
totalem, nec mutatio tollit jus pignoris, nisi 
talis sit, ut nova plane species existat, quae 
in pristinam reduci nequit." 
Also nur dann soll jus pignoris cessiren, wenn das 
verhypothecirte Object totaliter untergegangen, wenn 
nur ein Theil davon untergegangen, soll die Hypothek 
auf dem annoch existirenden Theile radicirt verbleiben, 
und eben so wenig soll das Pfandrecht, durch eine Ver¬ 
änderung, oder Umwandlung des verpfändeten Objectes 
aufhören, wenn selbige nicht der Art sind, daß dadurch 
eine ganz andere Species entstanden, welche nicht in ihre 
vorige Species, oder in ihren alten Zustand, wieder her¬ 
gestellt werden kann. 
So auch Voet, ad Pand. Lib. 20. Tit. 6. §. 14. 
„Si species prior non plane mutata pignus 
etiam durare intelligitur." 
Im vorliegenden Falle ist nun aber die Scheuer 
nach wie vor eine Scheuer geblieben, denn es ist zum 
Beispiel kein Schiff oder Brücke daraus fabricirt wor¬ 
den, und kann hinfolglich durch deren Wiederaufbau, 
wie geschehen, in ihren vorigen Zustand restituirt werden, 
weshalb unmöglich eine, „dem gänzlichen Untergange 
gleich zu achtende Specification," durch deren Wieder¬ 
aufbau entstanden sein kann. 
Mit Voet und Hellfeld harmonirt Thibaut 
§. 664. und 666. in seinem bekannten Pandectensysteme 
vollkommen, indem es daselbst heißt, daß das Pfand¬ 
Max-Planck-Institut für
	        
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