Full text: Juristische Zeitung für das Königreich Hannover (Jg. 14 (1839))

— 131 
Notuln zu beschränken sei, und daß, weil hier an eine 
Übervortheilung nicht gedacht werden könne, auch eine hin¬ 
terlistige Überredung seiner Ehefrau in facto eben so 
undenkbar sei, als dieselbe in concreto keine rechtliche 
Berücksichtigung verdiene. 
Das Untergericht erkannte am 15. Sept. 1832, für 
Recht: 
Wenn — die Hauptsache anlangend, die Klä¬ 
ger als Intestat=Erben der verstorbenen Ehefrau des 
Beklagten die Hälfte des von derselben und dem 
Beklagten besessenen gemeinen Gutes als deren Ver¬ 
lassenschaft fordern, diesem Anspruche jedoch von dem 
Beklagten ein mit seiner weiland Ehefrau errichteter 
Erbvertrag, wonach ihm das ganze Vermögen über¬ 
lassen ist, entgegen gestellt worden, dessen Rechtsbe¬ 
beständigkeit nur replicando: 
1) wegen fehlender gerichtlicher Bestätigung, 
2) wegen mangelhafter herkömmlicher Verpflichtung 
des erwählten Geschlechts=Vormundes, und 
wegen listiger Überredung zur Eingehung des 
Vertrags, angefochten; nun aber 
ad 1) die richterliche Concurrenz nach Cap. III. 
§. 4. der Bremen= und Verdenschen Policei¬ 
Ordnung bei Strafe der Nichtigkeit gesetzlich 
vorgeschrieben, und bei Nichtbeobachtung dieses 
zur Gültigkeit erforderlichen Requisits der errich¬ 
tete Erbvertrag als verbindlich nicht betrachtet 
werden mag, 
ad 2) die observanzmäßige Verpflichtung des er¬ 
wählten curator sexus beobachtet, und dessen 
angebliches Interesse, vorkommenden Umständen 
nach, nichts relevirt, ferner 
9* 
Max-Planck-Institut fü 
eur
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer