Full text: Juristische Zeitung für das Königreich Hannover (Jg. 14 (1839))

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Als die Ehefrau des N. N. im J. 1827 verstorben 
war, verlangten die Intestat-Erben derselben die Heraus¬ 
gabe ihres Nachlasses und da jener diesem Verlangen sich 
nicht fügen wollte, erhoben sie im J. 1831 dieserhalb 
eine Klage bei dem Gräfengerichte Jork. Der Beklagte, 
welcher die behaupteten Verwandtschaftsverhältnisse seiner 
Gegner als richtig einräumte, berief sich dagegen auf den 
erwähnten Erbvertrag, glaubte daß eventuell, da ihm seine 
Ehefrau nur Kleidungsstücke zugebracht habe, die Kläger 
nur in die Hälfte dieses Nachlasses succediren könnten, be¬ 
hauptete, daß jene sich noch im Besitze von Capitalien seiner 
Frau befänden, und daß er die Beerdigungskosten kürzen dürfe. 
In ihrer Replik bemerkten dagegen die Kläger: 
1) daß der vermeintliche Erbvertrag seinem Inhalte nach 
nur ein unförmlich errichtetes Testament sei; 
2) daß der Mangel der richterlichen Concurrenz densel¬ 
ben (nach Cap. III. §. 4. der Policeiordnung) un¬ 
gültig mache; 
3) daß der curator sexus, welchen sich die Ehefrau 
des N. N. zu diesem Geschäfte erwählt, weder vom 
Gerichte, noch herkömmlich vom siedesten Gerichts¬ 
vogt bestellt, und bei der Errichtung interessirt gewe¬ 
sen sei; und 
4) daß eine listige Überredung stattgefunden habe. 
Eventualiter nahmen sie einen Pflichttheil in An¬ 
spruch, behaupteten, daß die Intestat=Erbportion in der 
Hälfte des gemeinschaftlichen Vermögens bestehe, und 
leugneten den Besitz von Capitalien der Erblasserin. 
Duplicando entgegnete der Beklagte, daß die Repli¬ 
ken rechtlich unerheblich wären, insbesondere die allegirte 
Vorschrift der Policei=Ordnung auf Erbverträge der vor¬ 
liegenden Art sich nicht beziehen lasse, sondern auf Ehe¬ 
Max-Planck-Institut für
	        
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