Full text: Juristische Zeitung für das Königreich Hannover (Jg. 14 (1839))

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Privat=Deposita genießen im Concurse kein 
II. 
privilegium exigendi. 
In einem bei der K. Justiz=Canzlei zu ** ausgebro¬ 
chenen Concurse profitirte der Hauswirth des Cridars, 
Namens seiner Tochter, eine kleine Summe Geldes, 
welche diese dem Cridar in einem Beutel zur Aufbe¬ 
wahrung übergeben hatte. Bei Abgabe des Erstigkeits¬ 
Erkenntnisses fragte es sich: in welche Classe das pro¬ 
fessum für den Fall, wenn der Beutel mit dem Gelde 
nicht mehr vorhanden, zu collociren und namentlich ob 
demselben ein privilegium exigendi zuzubilligen sei? 
Wenn nun gleich das Römische Recht denen, welche Gel¬ 
der bei argentariis oder nummulariis unverzinslich 
deponirt haben, ein solches privilegium exigendi 
zubilligt, wenn die Gelder angegriffen und verzehrt 
sind, L. 7. §. 2., L. 8. D. deposit. (16. 3.) L. 24. 
D. de rebus auctorit. jud. poss., so entschied sich 
das Collegium dennoch dafür, daß dieses Privile¬ 
gium auf bloße Privatdeposita nicht ausgedehnt werden 
könne, und die fragliche Forderung in Entstehung des 
Beweises, daß die Gelder zur Zeit der Concurseröffnung 
noch in der Masse vorhanden gewesen, unter die einfa¬ 
chen chirographarischen Gläubiger locirt werden müsse. 
Papinian und Ulpian schränken nämlich das privi- 
legium exigendi lediglich auf die Argentarien ein, wenn 
bei diesen Gelder oder Sachen deponirt worden und 
Papinian sagt in der: 
L. 8. D. depositi (16. 3.) 
— Idque (privilegium) propter necessa¬ 
rium usum argentariorum ex utilitate pub¬ 
lica receptum est. 
Max-Planck-Institut für
	        
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