Full text: Juristische Zeitung für das Königreich Hannover (Jg. 14 (1839))

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beizulegen, den in fremden Untergerichtsbezirken wohnen¬ 
den Gerichtshaltern aber nicht, würde eine durch Nichts 
gerechtfertigte Inconsequenz enthalten, da auch bei jenen 
der Grund des Privilegii nur aus der Dienststellung 
abzuleiten stände, und nicht aus dem Wohnorte; mithin 
ein Unterschied zwischen ihnen und den in gleicher Dienst¬ 
stellung befindlichen sonstigen Individuen nicht begründet 
sein kann. 
II. Darf einem Delaten, welchem über seine eigenen 
Handlungen ein Eid deferirt wird, gestattet 
werden, bloß sein Nichtwissen eidlich zu betheue¬ 
ren, wenn ihm die Begebenheit nicht mehr im 
Gedächtnisse geblieben sein soll? 
(Gegen Gesterding). 
Gesterding vertheidigt in seiner 1837 erschienenen 
ersten Abtheilung des sechsten Theils seiner „Ausbeute von 
Nachforschungen über verschiedene Rechtsmaterien, Seite 
137 ff." die Ansicht: 
daß, wenn Jemandem über seine eigene Hand¬ 
lung der Eid zugeschoben werde, und ihm die 
Begebenheit nicht mehr im Gedächtnisse geblieben 
sei, derselbe nicht nöthig habe, den Eid zurückzu¬ 
schieben, sondern damit auskönne, wenn er sein 
Nichtwissen eidlich betheuere. 
Einsender dieses glaubt indessen, daß diese Behaup¬ 
tung sich mit den Vorschriften der Proceß=Gesetze, na¬ 
mentlich unserer vaterländischen, schwerlich vereinigen lasse, 
und wünscht durch die vorliegende Mittheilung zu veran¬ 
lassen, daß auch andere Stimmen sich über diese Streit¬ 
Max-Planck-Institut für
	        
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