Full text: Jahrbücher der gesammten deutschen juristischen Literatur (Bd. 12 (1829))

Nachweisung der Recensionen 
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Versuche über allgemeines Staatsrecht, v. Silv. Jor¬ 
dan, Marburg 1828. 8. 
Diese Versuche böten viel Gutes, bewiesen nicht 
geringe Umsicht und enthielten Manches, was, wenn 
gleich nicht neu, doch an sich sehr wahr und mit Ein¬ 
dringlichkeit und Klarheit vorgetragen sey; im Gan¬ 
zen aber müsse ihnen der wahre philosophische Geist 
abgesprochen werden. Der Verf. habe eine gewisse 
Fertigkeit logischer Zergliederung und abstracter Re¬ 
flexion für Philosophie gehalten, und hieraus müsse 
sich die natürliche Folge ergeben, dass seine Ausfüh¬ 
rung, nach ihrem philosophischen Gehalte beurtheilt, 
ohne bedeutenden Werth geblieben sey. Allerley er¬ 
erbte Begriffe, juristische Gewohnheitsansichten und 
selbst das an sich löbliche Bestreben nach der Mitte 
zwischen den Extremen habe den sonst einsichtigen 
Verf. beschränkt und an freier philosophischer Betrach¬ 
tung gehindert. Auch selbst auf die äufserliche Dar¬ 
stellung habe jene formell-abstracte Weise unvortheil¬ 
haft eingewirkt, indem dieselbe dadurch um Leben, 
Gediegenheit und freie Bewegung gekommen sey, da¬ 
gegen oft eine kalte, nüchterne und characterlose Brei¬ 
te angenommen habe. Was ferner die dem Werke 
zum Grunde liegenden Studien angehe, so scheine sich 
der Verf. nur auf das Neuere und Neueste in der deut¬ 
schen Lit. vorzugsweise beschränkt zu haben. Übri¬ 
gens könne, abgesehen von dem Grundmangel, des 
Verfs. Schrift als ein recht gutes Hilfsmittel zur Erler¬ 
nung der in dieser Wissenschaft mehr oder weniger 
einheimischen traditionellen Bestimmungen und publi¬ 
cistischen Lehrmeinungen empfohlen werden, und Rec. 
Max-Planck-Institut für
	        
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