thumbs : Handbuch der psychischen Anthropologie oder der Lehre von der Natur des menschlichen Geistes (Bd. 2)

Max-Planck-Institut  für  Bildungsforschung

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So  zeichnen  sich  diese  magnetischen  Somnambulen
fast  immer,  besonders  wenn  der  Magnetiseur  ihre  Aufmerksamkeit -
  darauf  richtet,  durch  ein  sichres  Voraussagen
des  Ganges  ihrer  eignen  Krankheit  aus;  sie  sprechen  sich
ihr  Genesungsurtheil;  geben  innerhalb  ihrer  Kenntnisse
an,  welche  Diät,  Behandlungsart  und  Arzneymittel  ihnen -
  zuträglich  oder  nachtheilig  sind  —  und  diese  Aussagen -
  sind  fast  immer  richtig;  außer  diesen  Crisen  wissen
sie  aber  nichts  davon.  Dieses  ist  das  nicht  zu  bezweifelnde -
  Resultat  vielfacher  Beobachtungen.  Außerdem  zeichnet
sich  dieser  magnetische  Somnambulismus  aus  durch  eine
vorzügliche  Helligkeit  des  Bewußtseyns,  daher  durch  besondere -
  Ausbildung  jener  Fertigkeiten  in  feinerer  Erinnerung
und  einem  gehobenern  Gedankenspiel  für  Phantasie,  Urtheil
und  Gemüthsbewegung,  wozu  denn  oft  auch  jene  besondere -
  Empfindlichkeit  anderer  Sinne  bey  geschlossenen  Augen
und  eine  vorzügliche  Ausbildung  des  Hellsehens  kommt.
Allein  neben  alle  diesem  giebt  sich  das  krankhafte  und
traumartige  dieses  Geisteszustandes  leicht  zu  erkennen.  Es
findet,  wie  bey  andern  Nachtwandlern,  eine  getheilte,  nur
an  bestimmte  Associationen,  daher  vorzüglich  an  den  Magnetiseur -
  gebundene  Aufmerksamkeit  statt.  In  die  Reden
mengen  sich  verwirrte  Traumphantasten  und  das  meiste
wird  nur  auf  des  Magnetiseurs  Fragen  geantwortet,  so
daß  dieser  meist  den  Gedankengang  und  die  Phantasien  des
Schlafenden  leitet,  so  daß  die  Schlafenden  meist  sehr  bald
die  medicinischen,  melaphysischen  und  magnetischen  Theorien -
  und  Phantasien  des  Magnetiseurs  sich  auch  zu  eigen
machen  und  dem  gemäß  sprechen,  phantasiren  und  träumen.
Daher  ist  es  zu  erklären,  daß  die  Somnambulen  ver=
            
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