Full text: Jahrbücher des Großherzoglich Badischen Oberhofgerichts (N.F. Jg. 2 = Jg. 9. 1834 (1835))

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„Die Ganherrschaften des Schüpfergrundes fordern in dem 
„Besitze des Schaafweiderechtes auf Sachsenflurer Gemarkung. 
„und zwar in dem District diesseits der Umpfenbach, geschützt 
„zu werden, in dessen Besitz sie seit dem Jahre 1832. gestört 
„worden seyen, und haben zu dem Ende eine Besitzklage 
„angestellt." 
„Es erscheint nun zwar 1) die von den Beklagten be¬ 
„strittene, rechtliche Zulässigkeit dieser Besitzklage, durch die 
„§§. 743. und 747. unserer neuen Proceß=Ordnung, welche 
„hier Anwendung finden muß, da die Besitzstörung erst im 
„August 1832. vorgefallen, und darauf sogleich geklagt 
„worden ist, allerdings bestens begründet." 
„Es haben auch 2) die Kläger die allgemeinen Erfor¬ 
„dernisse zu jeder Besitzklage, wie sie im §. 750. der Pr. 
„Ordnung vorgeschrieben sind, rechtsgenüglich erwiesen, und 
„zwar theils a) durch die vorgelegten Pachtbriefe von den 
„Jahren 1785 — 1830., aus welchen man ersieht, daß die 
„Schäferei der Ganherrschaften auf der Sachsenflurer Ge¬ 
„markung, links des Umpfenbachs von 1785 bis 1833. un¬ 
„unterbrochen in Bestand gegeben ward. b) Durch die pro¬ 
„ducirten Rechnungen von den Jahren 1778 bis 1830., nach 
„welchen die Ganherrschaften jedes Jahr das Bestandgeld 
„dafür empfangen haben. e) Durch den angetretenen und 
„am 18. März 1833. erhobenen Zeugenbeweis, indem die 
„Zeugen durchgängig versichern, daß, so lang es ihnen ge¬ 
„denke, die Ganherrschaften den District links der Umpfer mit 
„einer Schaafheerde beweidet hätten. d) Durch eben diese 
„Zeugen, welche die Störung in dem Besitze durch äußere 
„Handlungen der Beklagten in der Art, wie solche im L. R. 
„Satze 544. e. bestimmt sind, wahrgenommen haben. e) 
„Durch die von dem Rentamte Merchingen abgehaltenen 
„Protocolle vom 14. und 15. August 1832., nach welchen 
„nicht nur Widerspruch von Seiten der Gemeinde Sachsen¬ 
„ftür gegen das Uebertreiben der Schaafe der Ganherrschaft 
Max-Planck-Institut für
	        
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