Full text: Annalen der preußischen innern Staats-Verwaltung (Bd. 1, H. 4 = Jg. 1817, Oct. - Dec. (1817))

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„waltung entgegenstehenden Hindernisse vermindern 
wenn 
„sie gegen das Publikum überall ein freundliches 
wohl= 
„wollendes Betragen beobachten, nichts Unstatthaftes 
„verlangen, sich nicht in Dinge mischen, welche die Po¬ 
„lizei nichts angehen, ihre Dienstgeschäfte mit möglichster 
„Schonung selbst gegen den Verorecher vollziehen 
gern 
„und unverdrossen Jedermann über das belehren, was 
„er zu beobachten hat, die nöthigen Anforderungen mit 
„Ruhe und Bestimmtheit machen, sich gerecht und un= 
„partheiisch gegen Jedermann zeigen, sich jeder Art der 
„Bestechung unzugänglich betragen und mit Festigkeit und 
„Ausdauer die Vollziehung der nothwendigen Maaßregeln 
„bewirken. §. 71. Sie dürfen niemals unbeachtet lassen, 
„daß sie für ihre Diensthandlungen streng verantwortlich 
„sind. §. 80. Sie dürfen im gesellschaftlichen Umgange 
„aus ihrer Amtsführung keiner Vorfälle in einer Art er¬ 
„wähnen, wodurch irgend Jemand bloßgestellt werden 
„könnte. §. 81. Die nothigen amtlichen Nachfragen sind 
„von ihnen so zu vollziehen, daß solches sie nicht in den 
„Verdacht des Spionirens bringen kann. 15. 82. Um 
„das Privatleben rechtlicher Personen müssen sie sich 
„nicht bekümmern. §. 123. Die Beachtung der Fremden 
„darf für den redlichen Mann nicht drückend werden, 
„vielmehr gilt es als Hauptgrundsatz für den Polizei¬ 
„beamten, grade gegen Fremde noch einen erhöhten Grad 
„von Schonung und Achtung zu beobachten. §. 124. Es 
„müssen rechtliche Fremde von keinem Orte widrige Ein¬ 
„drücke gegen die Polizei=Beamten mit sich hinwegneh= 
„men. §. 292. Die zu verhaftenden Personen sind über= 
„all mit der möglichsten Schonung zu behandeln. §. 293. 
„Die Beamten haben sich besonders aller Vorwürfe und 
„beleidigenden Aeußerungen gegen sie zu enthalten. §. 294. 
„Immer müssen sie im Gegentheil den Grad der Höflich= 
„keit beobachten, der den betreffenden Personen nach ih= 
„ren Verhältnissen gebührt. §. 331. Jeder von ihnen 
„Verhaftete steht unter dem Schutz der Polizei=Beamten, 
„sie dürfen unter allen Umständen dessen Mißhandlung 
„nicht gestatten. §. 493. Vor allen müssen die Polizei- 
„Beamten sich sorgfältig vorsehen, Unschuldigen nicht 
„wehe zu thun; sie dürfen die Erfahrung nicht außer 
„Acht lassen, wie leicht der Schein trügt. 
Diese und 
andere, einem jeden Polizei=Beamten nicht dringend ge= 
nug zu empfehlende, allgemeine Verhaltungs=Grundsätze 
so wie die, über die einzelnen Polizei=Geschäfte gegebenen, 
practischen Regeln lassen Rezens. wünschen, daß diese 
Max-Planck-Institut für
	        
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