Full text: Annalen der preußischen innern Staats-Verwaltung (Bd. 19, H. 1 = Jg. 1835, Jan. - März (1835))

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und alle phosphorhaltigen Präparate insbesondere auf Arsenik 
geprüft werden. 
München, den 5. März 1835. 
Ludwig 
Fürst v. Oettingen=Wallerstein. 
Auf Königlich Allerhöchsten Befehl: 
der General=Sekretair, 
Fr. v. Kobell. 
Nur die sogenannte englische, durch Verbrennung des Schwe¬ 
fels erzeigte Schwefelsäure, nicht die aus Eisenvitriol dargestellte 
Nordhäuser, enthält, laut Untersuchungen, öfters Arsenik. Dieser 
wird, vor Anwendung der Schwefelsäure zur Darstellung der Phos¬ 
phorsäure aus jener abgeschieden, entweder durch Rektifikation, oder 
dadurch, daß man, nachdem sie hinreichend mit Wasser verdünnt 
wurde, Schwefelwasserstoffgas durch sie strömen läßt, und sie von 
dem dabei entstehenden gelben Niederschlage abfiltrirt. 
Die Phosphorsäure prüft man auf Arsenik, und befreit sie 
davon, indem man sie, wenn sie sehr konzentrirt ist, mit Wasser 
verdünnt, dann mit Schwefelwasserstoffgas anschwängert, und in 
einem gut verschlossenen Glase zwei bis drei Tage stehen läßt. Kommt 
dabei ein gelber Niederschlag (Schwefelarsenik) zum Vorschein, so 
war sie mit Arsenik verunreinigt, der sich nun, mit Schwefel ver¬ 
bunden, im Präcipitate befindet. Wird sie davon abfiltrirt und 
eingekocht, so erhält man sie rein, 
Bis aller arsenikhaltiger Phosphor aus dem Verkehr verschwun¬ 
den ist, wäre es zweckmäßig, den Phosphor mittelst arsenikfreier 
Schwefelsäure aus der Knochenasche zu bereiten. 
4. 
Bekanntmachung des Großherzoglich Hessischen Ministe= 
riums des Jnnern und der Justiz, die auf der Universität 
zu Gießen bestandenen Verbindungen unter den 
Studirenden betreffend| | 
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Sich huldreichst 
bewogen gefunden, die dermalen anhängigen Disziplinar-Untersuchun¬ 
gen gegen die Mitglieder der zu Gießen unter dem Namen: Hassia, 
Rhenania und Teutonia — später Starkenburgia — bestande= 
nen verbotenen Verbindungen der Studirenden niederzuschlagen, derge= 
stalt jedoch, daß durch diese Allerhöchste Begnadigung nur allein die Ver= 
letzung der Disziplinargesetze getilgt, mithin dadurch nicht bezweckt 
Max-Planck-Institut für
	        
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