Full text: Annalen der preußischen innern Staats-Verwaltung (Bd. 19, H. 1 = Jg. 1835, Jan. - März (1835))

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4) Die Anschaffung und Unterhaltung des zum Kunstherde ge¬ 
hörigen Kochgeschirres ist in jedem Falle Sache des Haus¬ 
bewohners. Dasselbe bleibt auch bei seiner Abkunft sein 
Eigenthum. 
Die gewöhnlichen Ausbesserungen an den Kunstherden liegen 
den Nutznießern ob. 
Wenn der Amtsnachfolger die angetretene Kunstherd-Ein¬ 
richtung je nach der Größe seiner Familie und seiner Haus¬ 
haltung nicht ganz passend findet, so wird ihm auf vorgän¬ 
gige Anzeige bei dem Kameralamt die Veränderung dieser 
Einrichtung oder die Vertauschung derselben mit einer an¬ 
dern, seinem Bedürfnisse angemessenern auf seine Kosten ge¬ 
stattet, und ihm hiezu die alte Einrichtung unentgeldlich 
überlassen. 
Unter keinem Vorwande darf jedoch eine zweckmäßige Ein¬ 
richtung mit einer schlechtern vertauscht werden. 
Vorstehende Bestimmungen finden, soweit es thunlich ist, 
ihre Anwendung auch auf die zu Meiereien, Brauereien 
und andern Gewerben gehörigen Staatsgebäude. 
Stuttgart, den 25. Februar 1835. 
Königl. Würtembergisches Finanzministerium. 
Herdegen. 
3. 
Königl. Baiersche Verordnung, die Verunreinigung des 
Phosphors mit Arsenik betreffend. 
Ludwig, von Gottes Gnaden König von Baiern rc. rc. 
Es ist zu Unserer Kenntniß gekommen, daß der Phosphor 
und die aus ihm bereitete Säure häufig Arsenik enthalten, und 
der Arsenik aus der zur Scheidung der Phosphorsäure aus den 
kalzinirten Knochen angewendeten Schwefelsäure in jene übergehe. 
Um nun den Nachtheilen, die aus dem arzeneilichen Gebrau¬ 
che arsenikhaltigen Phosphors entstehen würden, künftighin vorzu¬ 
beugen, verordnen Wir: 
1) daß aus den Apotheken kein Phosphor, keine Phosphorsäure 
und keine Präparate daraus als Arzeneien mehr abgegeben 
werden dürfen, ehe sie auf die in der Beilage (a.) angege¬ 
bene Weise geprüft, und falls sie Arsenik enthalten, gereinigt 
worden sind; 
2) daß in der Folge bei Apotheken-Visitationen der Phosphor 
Max-Planck-Institut für
	        
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