Metadaten : Reimarus, Hermann Samuel: Allgemeine Betrachtungen über die Triebe der Thiere, hauptsächlich über ihre Kunsttriebe

Trieben  der  Thiere.
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dasjenige,  was  Lust  verspricht,  zu  erhalten,
und,  was  mit  Unlust  drohet,  zu  fliehen.
14.
Bey  der  klaren  Vorstellung  eines  gegenwärtigen ¬
  Dinges,  kommt  uns  Menschen  das  Vergangene =
  undeutlich  wieder  in  den  Sinn,  worinn =
  ein  Theil  mit  dem  gegenwärtigen  einerley
ist.  Bey  heutiger  Erblickung  einer  Person
stellen  wir  uns  die  gestrige  Gesellschaft,  wovon
sie  ein  Theil  war,  nebst  dem,  was  darinn  vorDiese ¬
  Vorgegangen, =
  alsobald  wieder  vor.
stellung  des  Vergangenen  bey  dem  Gegenwärtigen =
  ist  mehrentheils  unwillkührlich,  wir  können ¬
  es  directe  nicht  helfen  oder  wehren,  daß
Es
uns  etwas  wieder  in  den  Sinn  kommt.
ist  ein  natürliches  Bemühen,  ein  angebohrner
Trieb  der  Seelen,  alles  das  Vergangene,  in
der  Vorstellung,  bey  dem  Gegenwärtigen  zu
erneuern,  was  mit  dem  Gegenwärtigen  nur  in
einem  Theile  einerley  ist.  Das  dienet  uns
zum  Erkenntniß,  sowohl  der  einzelen  Dinge,
als  ihrer  Art;  und  zur  Ausübung  aller  übrigen
Wir  nennen  solches
Gemühts=Fähigkeiten.
eine  Einbildungs-Kraft;  und  es  ist  unleugbar, ¬
  daß  auch  die  Thiere  eine  EinbildungsKraft =
  haben;  daß  ein  Pferd  zur  Herberge  hinein =
  will,  weil  es  sich,  bey  dem  Orte,  das  dort
genossene  gute  Futter  wieder  vorstellet;  daß  ein
Hund  sich  vor  dem  aufgehobenen  Stocke  verkriecht, =
  weil  ihm  die  ehedessen  damit  ertheilte
SchläB3 ¬

            
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