Full text: ¬Der Waffenträger der Gesetze (Nr. 2. 1801, Febr. (1801))

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Waffenträger der Gesetze. 
einer, und den ohne alle Schuld, bloß durch das Kriegsverhäng¬ 
niß und des so theuer zu erkaufenden Friedens wegen unglückli¬ 
chen Staatsdienern auf der andern Seite absprechen wird: 
das Gefühl, das so laut sich für schuldlose Unglückliche äußert 
und das im Grunde von Gott mit der menschlichen Natur ver= 
webt, ein vollkommeneres Recht ist, als jenes, welches die Men¬ 
schen im Zwang der gesellschaftlichen Verhältnisse oft mit Hint= 
ansetzung und Aufopferung des edelsten Selbstgefühls erlassen ha= 
ben. Dieses Gefühl beseelte schon den jüngst verstorbenen pfälzi¬ 
schen Regenten, da er so verschiedene Reflexionsreseripte zu Gun¬ 
sten jener unglücklichen überrheinischen Staatsdiener erließ, und 
selbige vor allen anderen wieder auf dieser Seite angestellet, und 
nicht brodlos wissen wollte. Was soll also die überrheinische Die= 
nerschaft, diese vorzüglich in diesem Kriege mit dem Staate auf= 
geopferte Menschenklasse, nicht erst von dem großmüthigen und 
gefühlvollen Herzen ihres jetzt regierenden innigstgeliebten Landes= 
fürsten hoffen können, der Augenzeuge aller jener Leiden war, 
der zum Theil mit seinem Volke alle Greuel des Krieges ausge= 
standen, oft den Mangel mit empfunden hat, den itzt die mei= 
sten jener überrheinischen Diener auf die allerdrückendste Weise 
fühlen? Auf seine menschenfreundliche Weisheit, und seinen fe= 
sten Willen, sein Volk, und alle Glieder des Staats glücklich zu 
machen, vertrauen alle mit großer Zuversicht, am meisten aber 
jene überrheinischen Diener, die schon so lange in der Jrre her= 
umgetrieben, ausgeraubt, theils von ihren Diensistellen, theils 
von ihren Wohnorten verjagt, das letzte ihres noch übrigen Ver= 
mogens aufgezehret haben, und nun in dem äußersten Elend, 
von den täglichen Nahrungssorgen niedergebeugt, und in der 
größten Noth mit Weib und Kindern ihr elendes Leben dahin 
schmachten. 
VI. 
Max-Planck-Institut für
	        
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