Inhaltsverzeichnis : Bodenheimer, Constant: ¬Die Verstaatlichung der Mobiliarversicherung in der Schweiz

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Bessere  Sicherheiten,  billigere  Prämien  und  humanere
Regulirungsbedingungen,  als  er  sie  gegenwärtig  trifft,  kann
man  dem  Versicherungsnehmer  nicht  bieten.
Sollte  jedoch  eine  staatliche  Anstalt  in  diesen  drei  Punkten
die  Privatversicherung  überbieten  wollen,  so  könnte  es  nur
geschehen:
in  Betreff  der  Prämien,  auf  Kosten  der  Steuerzahler;
in  Betreff  der  Schäden-Regulirungsbedingungen,  auf
Kosten  der  allgemeinen  Sicherheit.  Jetzt  schon  brennt  es
genug;  zur  Förderung  der  Brandstiftung  braucht  man
wahrlich  keine  Preise  auszusetzen.
Nicht  besser  als  die  eigentlichen  Verstaatlichungsprojekte
nimmt  sich  der  Stüßi'sche  Vorschlag  aus:  es  ist  derselbe  die
Ausgeburt  unreifer  sozialistischer  Spekulationen.
In  seinen  Konsequenzen  durchgeführt  und  folgerichtig
auf  andere  Gebiete  übergeführt,  würde  der  Stüßi'sche  Vorschlag ¬
  eine  Art  rohen  Kommunismus  einführen,  einen
Kommunismus,  der  überdieß  auf  seinem  eigensten  Boden
ungerecht  wäre,  weil  er,  der  vielgepriesenen  sozialen  Egalité
zum  Trotz,  Ausnahmen  schafft.
Die  Verstaatlichung  der  Gebäudeassekuranz  hatte  s.  Z.
ihre  volle  Berechtigung,  die  wir  gerne  anerkennen.  Die
Verstaatlichung  der  Mobiliarassekuranz  im  gegenwärtigen
Momente  wäre  ein  Anachronismus,  es  sei  denn,  daß  es
Zukunftsmusik  sei,  als  Einleitung  zu  weiteren  Verstaatlichungen, ¬
  zu  weiteren  Expropriationen  des  freien  Handels
und  Wandels  der  Bürger,  zur  weiteren  Ausdehnung  des
Staatssozialismus.
Vor  solchen  Erweiterungen  möge  aber  der  frische  Sinn
unseres  Volkes,  der  gesunde  Kern  der  Volksseele,  unsere
liebe  Eidgenossenschaft  bewahren.
            
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