Von der heutigen Gerichtsverfassung. §. 94. 95. 137
terielle Connexität der Sachen ist dabei immer erforderlich
(§. 55.), und darnach lassen sich die hierher gehörigen
Fälle (7) näher bestimmen. Auch begründet der Zusammenhang ¬
nur Zuständigkeit für die Entscheidung nicht auch
für deren Vollstreckung, wenn diese dem entscheidenden
Richter nicht ohnehin gegen den Beklagten oder das Object
zustehen sollte (8).
§. 95.
3. Gerichtsstand der Wiederklage (*).
Zur Verhinderung mehrerer gleichzeitiger Prozesse,
auch über nicht materiell connere Klagen (1) unter denselben ¬
Partheien bei verschiedenen Gerichten, erklären sowohl ¬
das römische (2) als canonische (3) und deutsch
R. V. 3. 32. K. G. O. v. I. 1555. II. 21. §. 2. R. A. v.
I. 1594. §. 81. I. R. A. §. 83.
(7) Kind Quaest. for. T. 1. cap. 95. Leyser Spec. 122. M. 1.
Mevius P. III. D. 90. P. V. D. 234. Bielitz über den Gerichtsstand. ¬
S. 43. f. Glück Comment. XI. §. 752.
(8) Bielitz a. a. O. S. 46.
(*) Goldschmidt Abh. aus d. d. g. Civilproz. N. 3.
(1) Anders, ehedem beim R. K. G. v. Berg Grundriß d. reichsg.
Verf. u. Prax. §. 211. und jetzt nach Partikularrechten. Kori
Theorie d. sächs. Proz. §. 239. Biener Syst. proc. II. §.
320. n. 6.
(2) Fr. 22. de iud. 5. 1. Const. 14. de sentent. et interloc. 7.
45. Nov. 96. c. 2. Nov. 123. cap. 25. Daß die Römer die
eigentliche Wiederklage gar nicht gekannt haben, behaupten unter ¬
andern Thibaut Syst. d. P. R. §. 1077. Glück Comment. ¬
III. §. 204. S. 227 bis 237. Aug. Henning die Zulässigk. ¬
d. Wider-Kl. Hamb. 1806. S. 21 — 27. Allein m.
s. Goldschmidt a. a. O. §. 1. 2. 6. Mühlenbruch Cess.
d. Forderungsrechte. (Ausg. 2.) §. 62. S. 581. f.
(3) Decr. Grat. P. II. c. 3. q. 8. c. 1. §. 2. Tit. X. de mut. pe¬