§.1 1009.
Von den Lebenskräften.
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unablässig auf Belebung und Organisirung einzelner Kreise hin.
Indem aber der Urgedanke der Welt in deren Gliedern sich spiegelt, ¬
wird er das Lebendigmachende der organischen Wesen, und
so schließt der Makrokosmus die ihm entsprechenden Mikrokosmen
in sich. Das Princip des Lebens oder die Lebenskraft der organischen ¬
Wesen ist demnach der in einzelnen Kreisen und in bestimmten ¬
Schranken sich verwirklichende Urgedanke (§. 229. 319.
322. 476. a). Hieraus müssen sich denn die Merkmale des Lebens ¬
(§. 1010—1013) ergeben, wie sie namentlich auf seinen
höhern Entwickelungsstufen sich zeigen.
§. 1010. Das individuelle Leben vereint gleich dem universellen ¬
(§. 1008. D) Ideelles und Materielles in sich. a) Die a.
Materie eines organischen Körpers hat keinen Bestand: in einem
steten Flusse begriffen, wird sie fortwährend aus fremdem Stoffe
erzeugt und wieder zerstört (§. 473. k. 910. C). Das Bleibende
dagegen ist der Typus, d. h. der Ausdruck eines bestimmten Begriffs ¬
durch eine gewisse Proportion der Bestandtheile in den Mischungen, ¬
Formen und Thätigkeiten. Wie die Zeugung (§. 321.
476), die Wiedererzeugung und überhaupt jede Außerung der Heilkraft ¬
der Natur (§. 890. B), so ist das ganze Leben eine ununterbrochene ¬
Verwirklichung des Typus (§. 892). Während die
Producte der Bildung nicht zum Bestehen kommen, ist der Gedanke ¬
das fortdauernd Bestimmende des Bildens: er giebt und
unterhält, durchdringt und belebt alle Einzelheiten (§. 474. d.
475. d. 894. a). b) Im Organismus deutet Alles auf bestimmte ¬
Zwecke hin: jedes besondere Gemisch hat seine Beziehung
zum Ganzen, die besondere Form dient als Mittel zu einer bestimmten ¬
Thätigkeit, und diese findet wieder ihre Bestimmung im
Gesammtleben. Die Thätigkeiten sind Functionen, d. h. bestimmte
Richtungen und Verknüpfungen der Kraftäußerungen zu Erreichung ¬
gewisser Absichten. Die Theile sind Organe, d. h. Mittel
zu bestimmten Zwecken, durch den Begriff des Organismus gegeben. ¬
Je nachdem dieser Begriff in den einzelnen organischen
Wesen modificirt ist, artet sich auch die Organisation verschieden;
und so ist es denn eines der wichtigsten Resultate der Zootomie,
daß bei aller Verschiedenheit der Gestaltung, und auch ohne be¬