Volltext : Wildner von Maithstein, Ignaz: ¬Das österreichische Fabrikenrecht

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  voraussetzen  kann  —  dennoch  das  Interesse  fehlt,
diese  einzelnen,  etwas  vollständigeren  Theilarbeiten  auch  zu
dem  Ganzen  zweckmäßigst  zu  verbinden,  in  welcher  Verbindung =
  dann  eben  der  hohe  Werth  des  Products  liegt.  Diese  Kehrseiten =
  der  Theilung  der  Arbeit  hinwegzuräumen,  ist  nun  die  herrliche ¬
  Aufgabe  der  Fabriken!  Nach  ihrer  Definition  sind  sie  es,
welche  die  verschiedensten  Arbeiten  zu  demselben  Producte  unter
demselben  Herrn  verbinden,  dadurch  werden  viel  weniger
Arbeiter  selbstständig,  können  daher  nicht  so  häufig  einen  eigenen
Herd  gründen,  d.  h.  es  steigen  die  Kosten  des  Products  nicht
so  hoch,  wozu  noch  kommt,  daß  die  Transportkosten  von  einer
Werkstätte  zur  andern  ersparet  werden.  Überdieß  werden  die  einzelnen =
  Arbeiten  durch  denselben  Herrn,  der  eben  in  der  Vollständigkeit ¬
  des  Products  allein  seinen  Vortheil  weiß,  besser  zur  Einheit =
  gelenkt,  es  werden  raffinirtere  Formen  ausgedacht  und  realisirt; ¬
  ja  dieses  Interesse  des  Fabriksherrn  wirkt  selbst  wieder
magisch  auf  die  Vollkommenheit  der  einzelnen  Arbeiten  zurück,
indem  er  ihnen  durch  Erhöhung  des  Lohnes  oder  Aussicht  auf
andere  Vortheile  den  Impuls  zum  Erstreben  einer  höheren  Stufe
der  Fertigkeit  verleiht.  Wohlfeilheit  und  höherer  Werth  des
Products  sind  also  die  natürlichen  Folgen  der  Fabriken.  Aus  diesen ¬
  Gründen  läßt  sich  nun  leicht  erklären,  wie  die  Fabriken  seit
der  kurzen  Zeit  ihres  Bestehens  die  Industrie-Producte  zu  einer
Menge,  Wohlfeilheit  und  Güte  brachten,  welche  um  so  mehr  in
Staunen  versetzt,  als  die  Zünfte  Jahrhunderte  hindurch  sich  in
demselben  engen  Kreise  drehten,  ohne  vorwärts  zu  schreiten,  obschon ¬
  die  Theilung  der  Arbeit  das  Element  war,  aus  dem  sie
hervorgingen,  mit  dem  sie  bestehen  und  bestanden.  Die  Fabriken
sind  also  der  Höhepunct  der  Jndustrie,  sie  sind  der  Vereinigungspunct =
  der  sehr  zweckmäßig  gespaltenen  Elemente  zu  einem  wohlfeilen, =
  werthvollen  und  schnell  hervorgebrachten  Producte,  sie
sind  dadurch  der  kraftvollste  Hebel  des  Nationalwohlstandes,
bringen  wohlthätige,  selbst  zierliche  Kleidung  in  elende  Hütten,
machen  der  Armuth  ihre  Existenz  erträglich,  erhöhen  die  Genüsse
der  Mittelclasse  auf  erlaubte  Weise,  und  mehren  den  Glanz  und
            
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