Metadaten : [Oekonomie... (cont.) Agronomie, oder die Lehre von den Bestandtheilen des Bodens. Agrikultur] (2)

Der  Mergel.
Meinungen
über  den
Mergel,

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Mineralische  Düngungsmittel.
in  sich  begreift.  Von  dem  Marmorstaube  aus  den  Werkstäten  der  Steinhauer  hat
man  sehr  gute  Wirkung  gesehen.
Selbst  der  alte  Mörtel  scheint  sich  mit  der  Zeit  aufzulösen,  wenn  er  in  Verbindung ¬
  mit  faulenden  Theilen  kommt.  Er  thut  wenigstens,  auf  Wiesen  gebracht,  eine
sehr  auffallende  Wirkung,  aber  erst  nach  einigen  Jahren.
§.  62.
Der  Mergel  besteht  aus  Thon  und  kohlensaurem  Kalk,  wie  wir  wissen,  in  sehr
verschiedenen  Verhältnissen,  aber  innig  mit  einander  vermischt,  soll  er  anders  den
Namen  Mergel  verdienen.  Mittelst  dieser  Bestandtheile  wirkt  er  als  Düngungsmittel ¬
  auf  eine  doppelte  Weise;  physisch  durch  den  Thon,  indem  er  die  Konsistenz  des
losen  Bodens  dadurch  verbessert,  und  zwar  auf  eine  beständig  nachhaltende  Weise,
und  chemisch  durch  den  Kalk  oder  eigentlich  düngend,  welche  Wirkung  sich  aber  nach
und  nach  vermindert,  und  endlich  ganz  verliert.  Diese  beide  Wirkungen  müssen  wir
wohl  unterscheiden.  Er  thut  mehr  die  eine  oder  die  andere,  je  nachdem  der  Thon
oder  der  Kalk  in  ihm  überwiegt.  Um  die  erstere  merklich  durch  den  thonigen  Mergel ¬
  zu  erreichen,  muß  er  natürlich  weit  stärker  aufgefahren  werden,  wie  der  kalkige
Mergel,  von  dem  man  nur  die  letztere  erwartet,  und  jene  physische  nachhaltende  Verbesserung ¬
  findet  auch  nur  auf  demjenigen  Boden  statt,  welcher  deren  bedarf;  wogegen ¬
  einem  ohnehin  zu  thonigen  Boden  das  Auffahren  des  Thonmergels,  wenigstens
nachdem  die  Wirkung  des  Kalkes  vorüber  ist,  nur  nachtheilig  werden  könnte.
Durch  die  innige  Mengung  der  beiden  Bestandtheile  hat  der  Mergel  den  großen
Vorzug  vor  dem  bloßen  Thon  oder  Lehm,  und  vor  dem  kohlensauren  Kalk,  oder  etwa
vor  einer  künstlichen  Vermengung  beider,  daß  er  sich  von  selbst  vollkommen  zertheilt,
in  das  feinste  Pulver  zerfällt,  und  sich  in  den  kleinsten  Partikeln  mit  der  Ackerkrume
vermiengen  läßt.
§.  63.
Der  Nutzen  des  Mergels  ist  schon  in  uralten  Zeiten  bekannt  gewesen,  und  er  ist
hier  und  da,  wo  einige  Betriebsamkeit  im  Ackerbau  herrscht,  immer  aufgefahren  worden. ¬
  Daß  sich  sein  Gebrauch  nicht  mehr  verbreitete,  lag  wohl  hauptsächlich  an  der
Unkenntniß  seiner  Natur.  Man  verband  den  Begriff  des  Mergels  immer  nur  mit
einem  Mineral  von  einer  gewissen  in  die  Sinne  fallenden  Beschaffenheit.  Da  nun
der  Mergel  so  mannigfaltige  Gestalten  und  Farben  hat,  so  erkannte  Niemand  den
            
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