Contents : Gruchot, Julius Albert: ¬Die Lehre von der Zahlung der Geldschuld nach heutigem deutschen Rechte

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§.  5.  Erfordernisse  der  Zahlung  in  Ansehung  ihres  Gegenstandes.
So  bestimmt  auch  das  revidirte  Land=Recht  des  Hertzzogth.  Preußen
vou  1685  (verbess.  L.=R.  des  K.  Preußen  von  1721)  im  Anschlusse  an
die  oben  angeführte  Regel:
Jedoch,  so  der  arme  unvermögliche  Schuldener,  dem
baar  Geld  geliehen,  mit  Gelde  je  nicht  zu  bezahlen  hätte,  und
ihme,  dem  Creditorn,  kein  Schaden  dahero  entstehen  möchte:
Sol  von  ihm  der  Werth  in  einem  andern  Dinge  in  gebührlicher ¬
  Schätzung  angenommen  werden.“
Diese  Ausnahmevorschrift,  die  dem  Schuldner  doch  immer  nur  ein
flebile  beneficium  gewährt,  indem  sie  ihn  nöthigt,  seine  werthvollste
Habe  nach  der  Wahl  des  Gläubigers  demselben  zu  seiner  Befriedigung
zu  überlassen,  entspricht  so  wenig  den  Bedürfnissen  unseres  heutigen
Rechtsverkehrs,  daß  sie  unmöglich  bis  auf  die  Gegenwart  sich  in  Uebung
erhalten  konnte.  Sitte  und  Gewohnheit  haben  das  Machwerk  kaiserlicher ¬
  Willkür  längst  über  den  Haufen  gestoßen,  so  daß  die  deutschen
Landesrechte  des  vorigen  und  des  jetzigen  Jahrhunderts  jene  Satzung
als  ein  im  Volke  lebendes  Recht  gar  nicht  mehr  vorfanden  und  daher
von  ihrer  Reception  nicht  mehr  die  Rede  sein  konnte.
Schon  Grönewegen  in  seinem  Tractat.  de  legibus  abrogatis
et  inusitatis  in  Hollandia  vicinisque  regionibus  Lugduui-Batat ¬
  zu  Auth.  Hoc  nisi  C.  h.  t.:
vorun,  1649)  beme
Si  debitor  quantitatis  non  habeat  unde  solvat,  potest
rem  immobilem,  quam  habet,  in  solutum  dare  créditori  pro
aestimatione  districtus  per  judicem  facienda,  nisi  creditor
emptorem  rei  praestare  paratus  sit.  Ratio  est,  quia  hoc
casu,  seilicet  cum  res  debitoris  pignori  capienda  emptorem
non  invenit,  olim  creditori  addici  solebat  l.  15  §.  3  D.  de
re  judic.  Hoc  autem  sicut  non  observatur,  ita  nec  hodie
creditor  rem,  quam  debitor  apparitori  sive  executori  commonstrat, ¬
  in  solutum  accipère  tenetur,  sed  judiciali  auctoritate ¬
  sub  hasta  vendere  potest.  Cui  consequens  est  ut
haec  auth.  abrogata  sit.  Idem  de  Gallorum  moribus  tradit
Autumn.  hic.
So  verordnet  auch  die  Nassau=Catzenelnbogische  Landordnung  von
1616  Th.  I  Cap.  XVI  §.  14  ausdrücklich:
„Hatte  aber  der  Schuldener  entweder  nichts,  oder  ja  ein
geringes  an  Fahrnus,  und  doch  ligende  Güter,  oder  aber  der
Gläubiger  ein  gewisses  verschriebenes  Underpfand:  Dieweil  dann
biß  anhero  sehr  vil  gewesen,  die  jhre  liegende  Güter,  deren  sie
sonsten  nicht  können  queit  werden,  den  Gläubigern,  wider  ihren
willen,  an  bezahlung  auffzudringen,  sich  understanden  haben:
1f
Damit  nun  solcher  undankbarleit,  und  anderm  mutwillen,  den
sie  dieses  falls,  ohne  not  alles  zu  erzehlen,  zu  üben  sich  beflissen,
            
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