Buch II. Theil I. Abschn. II. Abtheil. III. §. 116. 161
Theile sind sich Alimente schuldig *°). D. Der Adoptatus
beerbt den Adoptirenden ganz wie ein Kind **), aber umgekehrt ¬
haben der Adoptirende und dessen Verwandte keine Erbrechte. ¬
Nur die dem adoptato von dem Adoptirenden gegebenen ¬
Geschenke können, wenn sie noch existiren, aus der
Erbmasse des Adoptatus zurückgefordert werden, wenn dieser
keine ehelichen Descendenten hat; jedoch haben die Rückforderungsklage ¬
nur der Adoptirende selbst und dessen Descendenten ¬
*2). Sterben aber die Descendenten des Adoptatus
auch, so hat der Adoptirende die Rückforderungsklage.
§. 116.
II. Tutelle officieuse.
Diese ist im Wesentlichen die Annahme eines Pflegekindes, ¬
welches in Zucht und Erziehung eines Andern kommt,
also im Grunde eine tutela pactitia, unendlich wichtiger, als
die Adoption des Code, sofern er, wie es seyn muß, gerade
auf das Moralische das größte Gewicht legt.
1) Zur Errichtung dieses Verhältnisses gehört: A. daß
Vater, oder Mutter, oder Familienrath, oder der Waisenvorsteher ¬
zustimmt *). B. Der Pflegevater muß 50 Jahre alt
seyn, das Kind unter 15, damit es noch die zur Adoption
gehörige Pflege in der Minorität erhalten könne 2). C. Kein
Ehegatte kann ohne Zustimmung des andern dieses Geschäft
eingehen, so wie Niemand, welcher schon eheliche Kinder
hat 3). D. Zur Form gehört blos die gehörige Erklärung
10) Art. 349.
11) Art. 350.
12) Art. 351, 352.
1) Art. 361.
2) Art. 361, 364.
3) Art. 361, 362.
Thibaut, Code Nap.
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