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Mit der letztgenannten Abwehrfunktion kann nun wiederum eine weitere
psychohygienische Funktion, nämlich die der Kompensation von Handlungsdefiziten, -
zusammenfallen. Eine solche Funktion speist sich ebenfalls aus
realitätsdiskrepanten internalen Anteilen. Streng genommen handelt es sich
dabei lediglich um einen Spezialfall der bereits aufgeführten identitätsrelevanten -
Funktionen.
Zum Verhältnis von "Locus" und "Qualität der Verknüpfung" von Einflußfaktoren -
unter dem Aspekt psychohygienischer Funktionen kann an
dieser Stelle nur so viel gesagt werden, daß beide Aspekte nicht separiert -
werden können. Sicherlich ist eine ausschließlich deterministischrigide -
Sichtweise tendenziell stärker realitätsdiskrepant als akzentuiertere -
und differenziertere Kontrollkonzepte und damit psychohygienischer
Funktionen verdächtig. Andererseits zeigt der Fall Cuno sehr deutlich,
daß ein interaktionistisch- flexibles Grundmodell per se auch noch nicht
realitätsnah sein muß.
Welche Subkonzepte von Kontrollbewußtsein sind am "anfälligsten" für
psychohygienische Funktionen? Auch hierzu kann ich nur Vorläufiges sagen.
Aufgrund ihrer Zentralität scheinen hier die Kontrollvorstellungen von
personal control und belief-Ebene eine hervorragende Rolle zu spielen.
Wie man sich anhand des Abwehrkonzeptes der Intellektualisierung klarmachen -
kann, kommen aber auch die analytische Ebene oder situationsspezifische -
Attributionen (Cuno), control ideology und kollektive Orientierungen -
(Bastian) für solche Funktionen in Betracht.
8.4.3 Zur Verhaltensrelevanz von Kontrollbewußtsein
Auf die hohe Kompatibilität von Kontrollbewußtsein und Verhaltenstendenzen -
habe ich bereits hingewisen. In den drei Fallstudien finden wir
eine weit höhere Korrespondenz von "generalisiertem Verhalten" und bestimm-