Metadaten : Girtanner, Christoph: Anfangsgründe der antiphlogistischen Chemie

239
ist  es  eine  Regel,  beinahe  ohne  Ausnahme,  daß  ein  zusammengesetzter ¬
  Körper  jederzeit  eine  geringere  Fähigkeit  hat,
Wärmestoff  aufzunehmen,  und  folglich  einen  kleinern  Raum,
unter  gleichen  Umständen,  einnimmt,  als  ein  einfacher  Körper, ¬
  der  mit  dem  Wärmestoffe  verbunden  ist.
2.  Versuch.  Man  bringt  in  eine  kleine  gläserne  Retorte ¬
  wohl  getrocknetes  salpetergesäurtes  Ammoniak.
Man  verbindet  den  Hals  der  Retorte,  vermittelst  einer
Röhre,  mit  einer  Flasche,  welche  mit  Eis  umgeben  wird,
und  diese  Flasche  wird  mit  dem  pneumatischen  Apparate
verbunden.  Nach  geendigter  Destillation  findet  man  das
salpetergesäurte  Ammoniak  zum  Theil  zerlegt,  und  man  erhält ¬
  salpeterhalbsaures  Gas,  und  sehr  viel  Wasser;  weit
mehr  Wasser,  als  das  Kristallisations  Eis  des  salpetergesäurten ¬
  Ammoniakes  beträgt.  Demzufolge  ist,  in  diesem
Versuche,  Wasser  entstanden,  und  folglich  enthält  das  salpetergesäurte ¬
  Ammoniak  Wasserstoff.  Aber  das  salpetergesäurte ¬
  Ammoniak  besteht  aus  Salpetersäure  und  aus  Ammoniak. ¬
  Da  nun  die  Salpetersäure  keinen  Wasserstoff  enthält, ¬
  so  muß  der  Wasserstoff  in  dem  Ammoniak  enthalten ¬
  sein.
3.  Versuch.  Gießt  man  übersaure  Kochsalzsäure  auf
reines  Ammoniak:  so  entsteht  ein  Aufbrausen,  und  es  entwickelt ¬
  sich  anfänglich  Salpeterstoffgas  mit  Wässerstoffgas
vermischt,  nachher  aber  bloßes  Wasserstoffgas:  Der  überflüssige ¬
  Säuerstoff  der  Kochsalzsäure  verbindet  sich  mit  dem
Wasserstoffe,  als  dem  andern  Bestandtheile  des  Ammoniaks,
und  es  entsteht  Wasser.  Die,  ihres  überflüssigen  Sauerstoffs ¬
  beraubte,  Kochsalzsäure,  verbindet  sich  mit  dem  Ammoniake, ¬
  welches  noch  unzerlegt  geblieben  ist,  und  man  erhält ¬
  kochsalzgesäurtes  Ammoniak.
4.  Versuch.  Gießt  man  übersäure  Köchsälzsäure  áuf
kohlengesäurtes  Ammoniak;  so  sind  die  Erscheinungen  dieselben, ¬
  ausgenommen  daß  sich,  mit  dem  Salpeterstoffgas
vermischt,  kohlengesäurtes  Gas  entwickelt.
5.  Versuch.  Man  nehme  eine  ganz  kleine  Retorte,
man  fülle  dieselbe  mit  trockenem  Quecksilber  an,  und  lasse
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer