79 Dagegen -
hat er die Möglichkeit, den Besitz, der doch
mehr ein thatsächliches Verhältnis ist, aufzugeben, wenn
auch nicht animo, so kann er ihn doch corpore verlieren.
da beides für sich allein zum Verlust desselben genügt')
Wie er jedoch so durch seinen Willen nicht eine
Sache ganz aufgeben kann, so ist er auch unfähig an
seinen Sachen ohne Konsens seines Vormunds irgend
welche dinglichen Rechte zu bestellen, weil diese als Beschränkungen ¬
des Eigentums eine diminutio bedeuten
würden. Er darf demnach weder Pfandrechte bestellen,
noch Servituten einräumen, wie L. 18 § 3 D. de castr.
pecul. 49, 17 ausdrücklich sagt mit den Worten;
... servos ex peculio usufructu, item praedia usufructu ¬
quam ceteris servitutibus pater liberare
potest: sed et servitutes his acquirere. Id enim et
eum, cui bonis interdictum est, verum est consequi
posse. Neque autem servis neque praediis usumfructum ¬
vel servitutem imponere pater potest.
Wir finden demnach im Bereich der dinglichen Rechte
eine absolute Veräusserungs- und Belastungsunfähigkeit
des Prodigus durchgeführt gemäss dem Prinzip der
mangelnden diminuendi potestas.
Nicht minder ist er im Gebiete des Obligationsrechtes
nicht imstande, einseitige Verpflichtungen auf sich zu
nehmen, wie in allgemeiner Weise L. 6 D. de v. o. ihn
für unfähig erklärt promittendo obligari?). Seine Kontrakte -
sind nicht rechtsbeständig — servari non oportet
nach L. 3 C. de in int. rest. 2, 21;
si curatorem habens XXV annis post pupillarem
aetatem res venumdedisti, hunc contractum servari
non oportet, cum non absimilis ei habeatur minor
curatorem habens, cui a praetore bonis interdictum ¬
est.
*) Steiniger S. 28.
) 4. c. b. i. e.... non potest promittendo obligari.