Inhaltsverzeichnis : Schellhas, Paul: Ideale und Idealismus im Recht

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sich  dem  Körper  noch  nicht  angepasst.  Erst  bei
Tr
längerem  Tragen  fällt  die  neue  Kleidung  in  die
richtigen  Falten  und  sitzt  dann  gut  und  doch  ungezwungen ¬
  auf  dem  Körper.  So  kommt  es  denn,
dafs  man  auffallenderweise  gerade  unter  den  jüngeren -
  Juristen  weit  häufiger  die  sklavische  Abhängig
keit  von  Wort  und  Form  antrifft,  als  unter  den
alten  Praktikern.  Denn  bei  den  letzteren  ist
schliefslich  die  Form  dermassen  in  Fleisch  und  Blut
übergegangen,  dass  sie  dieselbe  fast  unbewufst
beobachten;  sie  sind  allmählich  gewohnt,  die  Erscheinungen ¬
  des  praktischen  Lebens  in  ihrem  Beruf
dermalsen  unter  den  Gesichtswinkeln  des  geltenden
Rechts  zu  sehen,  dafs  sie  sich  von  dem  Mechanischen ¬
  gewissermassen  dadurch  emanzipieren.  Man
könnte  dem  Richter  in  diesem  Sinne  mit  einer
leichten  Veränderung  die  Worte  aus  Schillers  „Das
Ideal  und  das  Leben“  zurufen:
„Das  Gesetz  nimm  auf  in  deinen  Willen,
Und  es  steigt  von  seinem  Herrscherthron!“
In  der  That  liegt  in  dieser  Forderung
das  Ideal  der  Rechtspflege;  dieser  Satz  ist
sozusagen  die  „ideale  Forderung“,  die  man
dem  Richter  präsentieren  mufs.  Er  soll  nicht
unter  der  Herrschaft  des  Rechts  stehen,  wie  unter
dem  Einfluss  eines  aufserhalb  seiner  liegenden
Dritten,  er  soll  selbst  in  sein  Inneres  dieses  Dritte
            
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