Object : Klenk, Jakobine: ¬Die christliche Jungfrau in der Schule der Heiligen

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Ueberlasset  also  den  Töchtern  der  Welt,  die
geschmückt  sind  wie  Götzen  in  den  Tempeln  der
Heiden,  die  Gunst  dieser  treulosen  Welt!  Laßt  sie
am  Morgen  ihres  Lebens  die  Rosen  pflücken,  welche
schon  vor  dem  Abende  sich  entblättern  und  in  ihren
Händen  nur  die  Spuren  der  stechenden  Dornen
zurück  lassen!  Lasset  sie  trinken  in  ihrem  thörichten
Taumel  die  bittere  Schale  der  augenblicklichen  Freuden,
welche  die  Welt  ihnen  darbietet!  Ihr  eurerseits
aber,  suchet  die  Gnade  des  Himmels,  schmücket  euere
Seelen  mit  den  Blumen  der  Tugend,  trinket  aus
der  Schale  der  göttlichen  Tröstungen,  liebet  nicht
die  Welt,  noch  was  in  ihr  ist;  denn  die  Welt  vergeht
mit  ihren  trügerischen  Gütern.  Durch  Verachtung
der  Welt  erwirbt  sich  eine  christliche  Jungfrau  Achtung -
  bei  der  Welt,  weil  selbst  die,  welche  nicht  genug
Muth  haben,  die  Tugend  auszuüben,  Ehrfurcht  vor
der  Tugend  haben  und  sich  derselben  nicht  erwehren
können.  Deshalb  sagte  eine  berühmte  Jungfrau:
„Ich  glaube,  daß  alle  Männer  stets  Vorliebe  haben
werden  für  die  Frauen,  die  der  Tugend  anhängen.
Ja,  die  Tugend  ist  für  sie  das  sicherste  Mittel,  um
über  das  Gemüth  der  Männer  Gewalt  zu  erlangen
und  deren  Herz  zu  beherrschen  *)."
Sollten  jedoch  die  Tröstungen  und  die  Vortheile,
welche  die  Tugend  schon  hienieden  bietet,  euch  noch
so
nicht  zur  Ausübung  der  Tugend  bestimmen,
möchte  ich  euch  mit  der  Mutter  der  Machabäer
sagen:  „Ich  beschwöre  euch,  betrachtet  den  Himmel."
1)  Die  heil.  Theresia  in  der  von  ihr  selbst  geschriebenen
Lebensbeschreibung.
Digitalisierungsvorlage:
Max  Planck  Institute  for  Hluman  Developme
            
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