De aqua et aquae pluviae arcendae.
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raliter fluere gleichstehend: der in erlaubter Weise an
die Stelle der natura getretene künstliche Zustand ist
gewissermaßen eine altera natura, die ebenso respectirt
werden muß wie die wirkliche natura. Ein solcher
Rechtsgrund ist unzweifelhaft das Bestehen einer Servitut, ¬
kraft deren der superior zum aquam immittere,
der inferior zum aquam excludere berechtigt ist. Gerade ¬
die Servitut ist aber in den Quellen kaum er51) ¬
wähnt ); als die beiden zur Abänderung des naturaliter ¬
fluere berechtigenden Gründe erscheinen vorwiegend ¬
leges agrorum und die ihre Stelle vertretende
vetustas. Darum sagt Paulus in l. 2. pr. h. t. in
summa tria sunt, per quae inferior locus superiori
servit, lex, natura loci, vetustas, quae semper pro
lege habetur, und wie hier Paulus das durch lex oder
vetustas begründete über das Maß des durch die natura ¬
loci Gegebenen hinausgehende servire des inferior ¬
hervorhebt, so betont Ulpian in der 1 4. §. ult:
das auf lex oder vetustas beruhende Recht des inferior ¬
sich gegen das von Natur ihm zufließende Wasser
durch Anlagen zu schützen: es kann dem inferior infolge
von leges agrorum erlaubt sein, auf dem Grundstück
des superior aggeres vel fossas habere und erst in
Ermangelung solcher leges ist agri natura servanda,
nach welcher semper inferior superiori servit, nut
daß auch vetustas vicem legis tenet. Eine solche zu
Gunsten des Berechtigten bestehende das naturaliter
fluere zum Nachtheil des Nachbars abändernde Anlage
ist für den superior ein Graben, durch welchen er das
51)
Zweifellos nur in 1: 2. §. 10. h. t. Dte fossa iure
facta in 1. 2. §. 7. muß nicht nothwendig eine kraft
Servitutrechts bestehende sein.