Volltext : Practische Erörterungen aus allen Theilen der Rechtsgelehrsamkeit (2)

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Erörterung  XIV.
wurden,  Alimente  erhalten  sollten  (et  alimentum  damus  eis),  sondern  er  verpflichtet  auch
falls  dieses  nicht  seyn  sollte,  die  rechtmäßigen  Erben,  dieselben  zu  ernähren  3).
Der  Zustand  der  aus  Ehebruch  und  aus  Blutschande  erzeugten  Kinder  wurde  aber  ebenfalls =
  nicht  verändert,  obgleich  Constantin  der  Große  etwas  über  sie  verfügt  zu  haben  scheint,
welches  jedoch  zu  Justinians  Zeiten  schon  veraltet  war,  und  was  dieser  Kaiser  außerdem  ausdrücklich =
  verwarf.  Denn  er  verfuͤgte  in  derselben  Novelle:
relevrio  d  s  o  ouov  uéog  évdeyerai,  ors  i  o    osen ¬
  rékev  i,  i  oa  ives  o  o  o      ao
oouog  o    o  g  o    v      héhus ¬
  u)    peрaоооу,  у  руéоооо,  у  оаиооооо  аооеооо,  оовоs  оуôe
os  ouora,  o    g    o,
o    v  ovoiav.  Gore  el  dl    o    gtos ¬
  sos,      hos  оурооооо  уоауsbу  оlавауеl  уоое  аеое  оооооbI
sionra  too,    o  oa.    al  d  s  o  oa
Oder  nach  der  Vulgata:
Ultima  siquidem  nos  pars  legis  expectat,  ut  ipsa  competentem  suscipiat  ordinem, ¬
  et  enumeremus,  qui  neque  ipso  naturalium  nomine  digni  sunt.
Primum  quidem  omnis  qui  ex  complexibus  (non  enim  hoc  vocamus  nuptias)
aut  nefariis  aut  incestis  aut  damnatis  proceperit,  iste  neque  naturalis
nominatur,  neque  alendus  est  a  parentibus,  neque  habebit  quoddam  ud
praesentem  legem  participium.  Unde  etsi  certa  a  Constantino  plae  memoriae ¬
  ad  Gregorium  scripta,  quaedam  de  talibus  dicta  sunt  filiis;  hacc  iion
recipimus,  quoniam  et  non  utendo  peremta  est.
Es  erhellet  hieraus  ganz  klar,  daß  dergleichen  Kinder  durchaus  keinen  Anspruch  auf
Alimente,  wenigstens  von  Seiten  des  Vaters,  haben  sollten;  und  es  ist  auch  an  der  Wahrheit
dieses  Satzes  von  Niemand  gezweifelt  worden.
Dieser  Satz  soll  nun  durch  das  gedachte  Cap.  5.  X.  umgestoßen  seyn,  und  er  soll  also
das  canonische  Recht  eine  ebenmäßige  Verpflichtung  des  Vaters,  seine  im  Ehebruch  erzeugten
Kinder  zu  alimentiren,  aufgestellt  haben.
Diese  Stelle  ist  ein  Rescript  des  Papstes  Clemens  III.  (um  1190)  oder,  denn  es  ist
zweifelhaft,  des  Papstes  Cölestinus  (nach  1191)  und  enthält  folgenden  Fall:
Johannes,  der  Ueberbringer  dieses,  beging
Cum  haberet  uxorem  legitimam,  Aliciam ¬
  nomine,  Joannes,  lator  praesentium,  mit  der  M.  einen  Ehebruch,  während  er  mit
cum  M.  adulterium  perpetravit,  quod  ipse  der  Alicia  in  rechter  Ehe  lebte,  was  er,  nach
tibi  publica  confessione  detexit,  sicut  no-  dem  Inhalte  deines  Briefes,  dir  in  öffentlibis ¬
  tuae  destinatae  literae  demonstrarunt.  cher  Beichte  gestanden  hat.  Als  er  nun  die5) ¬
  Cap.  12.  §.  6.
            
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