Full text : Kremer, Johann Heinrich von: Versuch über die Vermuthungen überhaupt und die gesetzlichen nach dem Österreichischen allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuche insbesondere

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ihre  Lage  zu  verbeßern,  wenn  sie  zum  Genuß
ihres  vollen  Gehalts  kamen,  oft  in  so  große  Verlegenheit, -
  daß  sie  gezwungen  waren,  sich  ihren
Gehalt  mehrere  Monate  voraus  bezahlen  zu
laßen,  um  nur  die  Forderungen  ihrer  ungestümmen -
  Gläubiger  zu  befriedigen."  Wegen  dieses
Umstandes  und  wegen  des  in  allen  Ständen  allgemein -
  herrschenden  Aufwandes  und  Verschwendung, -
  waren  die  Vorschüße  der  Gehalte  so  herrschend -
  worden,  und  die  Bedingungen,  unter
welchen  Gelder  auf  Gehaltsanweisungen  vorgeschoßen -
  wurden,  waren  so  drückend,  daß  dieß
schreckliche  Uebel  die  ernsthafteste  Aufmerksamkeit -
  der  Regierung  nöthig  machte.  Die  Zinnßen
für  ein  Gelddarlehn  auf  Gehaltsauweisung  waren -
  monatlich  fünf  von  Hundert,  oder  drei
Kreutzer  für  einen  Gulden,  und  man  hatte  Beispiele, -
  wo  noch  stärkere  Zinnßen  erpreßt  wurden.
Man  hatte  gegen  diese  Mißbraͤuche  die  strengsten
Gesetze  gegeben;  allein,  man  fand  immer  Mittel, -
  den  Gesetzen  auszuweichen,  und  oft  vermehrten -
  diese  das  Uebel,  anstatt  es  zu  heben.
Der  Erfahrungssatz,  daß  ein  Kaufmann  den
andern  zu  Grunde  richten  kann,  wenn  er  um
niedrige  Preiße  verkauft,  erregte  in  den  geheimen -
  Rath  von  Rumford  den  Gedanken,  daß
man  eben  so  die  Wucherer  zu  Grunde  richten
könne,
Vorlage:
Max-Planck-Institut  für
1810
Günther  Uecke
europäische  Rechtsgeschichte
            
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