12.12.
Bruns, Friedrich, Die Lübecker Bergenfahrer und ihre Chronistik
Besprochen von Paul Rehme
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Litteratur.
haltsübersicht der C. C. C., Excurse, ein Analytisches Register und Wort-
verzeichnisse das als Erklärung ungebräuchlicher Worte und Beitrag
zur Syntax des 16. Jahrhunderts gedacht ist, vervollständigen die
Arbeit und« geben ihr den bisherigen Ausgaben der Carolina gegen-
über grosse Vortheile. — Die kleinere nur den Text und die Register
umfassende Ausgabe für Studirende wird sicherlich dazu beitragen,
auch in weitere Kreise die Kenntniss von einem der grössten unserer
mittelalterlichen Rechtsdenkmäler zu tragen.
Strassburg i./E. Dr. jur. Ernst Bruck.
Friedrich Bruns. Die Lübecker Bergenfahrer und ihre
Chronistik. (Hansische Geschichtsquellen. Neue Folge.
Band H.) Berlin, Druck und Verlag von Pass & Garleb.
1900.
Der Handelsverkehr zwischen Lübeck und Bergen ist eine der
interessantesten Erscheinungen der hansischen Geschichte. Darum ist
es hocherfreulich, dass Friedrich Bruns es unternommen hat, darauf-
hin die grossen Schätze des Lübecker Staatsarchives zu untersuchen
und auch anderswo nach Quellen zu forschen. Mühsam war die
Arbeit, reich ist der Lohn. Die in dem vorliegenden Werke zu-
sammengestellten Quellen sind geeignet, in fast allen nur einiger-
mafsen bedeutsamen Fragen jener Materie Licht zu verbreiten.
Bruns bringt zunächst «urkundliche“ Quellen, sodann chronika-
lische Quellen. Jene sichtet er zum Theile systematisch, indem er den
Testamenten der Lübecker Bergenfahrer (8. 5 —151) Urkunden zur
Geschichte des Lübeck-Bergenschen Handels (8. 152—220), Nachrichten
zur Geschichte der Bergenfahrerschüttinge zu Lübeck (S. 221—289)
und solche zur Geschichte der kirchlichen Stiftungen der Bergen-
fahrer (8. 290—304) folgen lässt. Unter den Quellen der drei letzten
Gruppen nehmen den grössten Raum Eintragungen des Lübecker Ober-
und Nieder-Stadtbuches ein. Für die Geschichte in allen ihren Zweigen
gewähren die hier veröffentlichten Quellen reiche Ausbeute, nicht zum
Geringsten für die Rechtsgeschichte. Der Rechtswissenschaft kommen
namentlich die Testamente und die Eintragungen des Nieder-Stadt-
buches über den Lübeck-Bergenschen Handel zu Gute. Nicht weniger
als 231 Testamente aus der Zeit von 1307 bis 1529 finden wir abge-
druckt. Die Eintragungen des Nieder-Stadtbuches, die der Zeit von
1372 bis 1530 entstammen, sind in ihren 71 Nummern besonders für
die Erkenntniss des Rechtes der Handelsgesellschaften wichtig.
Als chronikalische Quellen veröffentlicht Bruns die Chronik
Christians von Geren (1350—1486 , 8. 348—381), einen Bericht des
Johann Bulder (1393—1526, 8. 382—389), die Denkwürdigkeiten des
Schüttingsrechnungsbuches (1520—1527 , 8. 390—394), die Nachrichten
der Reckemannschen Chronik zur Geschichte der Bergenfahrer (1454