Metadaten : Hasse, Johann Christian: ¬Die Culpa des römischen Rechts

Anhang  II.
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auch  viel  von  drei  Graden  zu  sagen  weiß.  Sieht  man  dagegen
auf  den  Geist  und  die  Bedeutung  jenes  Systems,  und  der  damit ¬
  verbundenen  Eintheilung,  so  ist  zuverlässig  die  Lehre  des
Gothofredus  ihm  nicht  weniger  fremd,  als  die  Donell'sche  Theorie ¬
  der  zwei  Grade  selbst.  Schon  darum,  damit  man  nicht  auch
in  der  Folge  in  Versuchung  komme,  in  wesentlichen  Stücken  abweichende ¬
  und  ganz  neu  gearbeitete  Theorien  mit  älteren,  die
nur  blöden  Augen  mit  ihnen  nahe  verwandt  scheinen,  in  eine
Klasse  zu  bringen,  verlohnt  es  sich  der  Mühe,  ein  paar  selbstständige ¬
  Theorien  für  sich  zu  betrachten  und  einer  sorgfältigen
Kritik  zu  unterwerfen.  Ueber  die  Theorie  des  Gothofredus  wird
indeß  wenig  zu  sagen  sein,  indem  schon  eine  flüchtige  Vergleichung ¬
  derselben  mit  dem,  was  bisher  abgehandelt  worden,  zeigen ¬
  muß,  welche  Mißverständnisse  ihm  hauptsächlich  im  Wege
lagen.  Er  war,  wie  ich  fest  glaube,  auf  dem  Wege  zur  Wahrheit, ¬
  und  eine  gewisse  Oberflächlichkeit  und  Unreife  ist  es  vorzüglich ¬
  nur,  was  man  seiner  Lehre  schuld  geben  kann,  und  was
ihn  wieder  vom  Ziele  so  weit  verschlug.  Dagegen  findet  man
bei  H.  Coccejus  an  dem  unten  anzufährenden  Ort  einen  großen
Aufwand  von  Scharfsinn  und  Studium,  nur  ist  er  aus  übergroßer ¬
  Künstlichkeit  in  Spitzfindigkeiten  ordentlich  wie  versunken, ¬
  und  es  ist  nicht  ohne  Interesse,  zuzusehen,  wie  ihm  dadurch
jeder  wahre  Satz,  den  er  einmal  ergriffen,  unter  den  Händen
wieder  zur  Fabel  wird.  Man  könnte  sich  nun  freilich  dieses
Schauspiel  durch  eigene  Lektüre  seiner  Schrift  bei  ihm  selbst
verschaffen,  allein  dort  wird  einem  alle  Lust  durch  die  höchst
verworrene,  und,  wenigstens  nach  meinem  Gefühl,  höchst  widrige
Art,  wie  er  seine  Gedanken  vorträgt,  vergällt.  Ich  glaube  mir
daher  ein  kleines  Verdienst  um  den  geneigten  Leser  zu  erwerben, ¬
  wenn  ich  ihm  die  Meinungen  und  Irrthümer  jenes  doch
nicht  unberühmten  Mannes  über  unsern  Gegenstand  etwas  gelichtet, ¬
  und  in  einer  leidlicheren  Gestalt  vorüber  führe,  und  die
dazwischen  gestreuten  eignen  Bemerkungen  und  Urtheile  werden
ihm  hoffentlich  auch  nicht  unwillkommen  sein.  Diese  letzteren
            
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