50
——
Den 20. April 1822 Bernhard Heinrich von Stryck in
den Gütern Morsel=Podrigel.
Im Laufe von 100 Jahren, nämlich bis zum Jahre
1848 seit den ersten Fideicommißstiftungen 1748 resp. 1756
waren in Liv- und Estland so wenig Fideicommisse gestiftet,
daß im genannten Jahre in Livland im Ganzen nur 10, auf
Oesel 2, in Estland 5 Fideicommisse vorhanden waren.
Die 5 estländischen Fideicommisse waren:
das des Grafen Stenbock=Fermor in Kolk, Kida, Könde
und Neuenhof,
das des Baron Uexküll in Schloß Alt- und Steinfickeln,
das des Grafen Benckendorf in Schloß Fall, nebst
Käsal und Merremois,
das des Herrn Clapier de Colongue in Ontika,
das des Herrn von Toll in Kuckers.
Der Mangel von häufigeren Fideicommißstiftungen, im
Gegensatz zu Kurland, mag seinen Grund darin haben, daß
das schwedische Fideicommißgesetz der Testamentsstadga in
Folge der vielen politischen Ereignisse und Veränderungen
für Liv= und Estland allmählig ganz aus den Augen verloren
worden war, so daß auch die ersten Fideicommißstiftungen
keine häufige Nachahmung zu finden vermochten. Außerdem
mögen auch die von jeher liberaleren Tendenzen des liv- und
estländischen Adels der weiten Verbreitung eines so conservativen ¬
Instituts, wie des Familienfideicommisses, nicht günstig
gewesen sein.
Erst in neuester Zeit, seit 1860 bis auf die unmittelbare
Gegenwart, sind in Liv= und Estland vielfach Fideicommisse
gestiftet worden, so daß zur Zeit in Liv- und Estland je 20
bis 30 Fideicommisse vorhanden sind. Zu den neueren Fideicommissen ¬
in Livland gehören z. B. die 1876 vom Grafen